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Handschuh erzeugt Rockmusik

Handschuh erzeugt RockmusikHandschuh erzeugt Rockmusik

Joe Cocker würde Luftsprünge machen. Seit seinem legendären Auftritt beim Woodstock-Festival im Jahr 1969 gilt er als Begründer der Luftgitarre. Heute könnte der Rocker die unsichtbaren Saiten zupfen und trotzdem Gitarrensounds erzeugen.

Ein Musikhandschuh macht es möglich: Integrierte Sensoren im Handschuh erkennen die Fingerbewegungen des Spielers und wandeln diese in Klaviermusik oder Gitarrenklänge um. Ein Mechatronik-Studententeam von der Universität des Saarlandes entwickelte die schlauen Handschuhe für flinke Gitarrenhände.

Der Musikfäustling ist mit Magnet- und Beschleunigungssensoren versehen. Diese ermitteln die Bewegungen der Hand und Finger. “Wir erfassen nicht nur, wo sich gerade ein einzelner Finger befindet und wie er sich verbiegt, sondern wir können auch die Position der gesamten Hand laufend messen”, sagt Esther Tesfagiorgis, Mitentwicklerin des Handschuhs.

Mithilfe eines Computerprogramms werden die Bewegungen in Töne übersetzt. Je nachdem, ob die rechte Hand sich flach oder vertikal in der Luft bewegt, schaltet der Handschuh automatisch vom Klaviermodus auf Gitarre um.

Die Erfindung kann vielseitig genutzt werden: Für Kinder, die verschiedene Instrumente ausprobieren wollen, eignet sich der Musikhandschuh. Ein Vorteil für die Eltern, denn sie müssen nicht gleich ein teures Musikgerät kaufen.

“Man könnte auch Roboter mit der Hand steuern. Vorstellbar wäre, dass eine Handbewegung ausgeführt wird, die ein Roboter naturgetreu nachmacht oder auf diese Art sogar lernt“, sagt Manuel Barra, der mit seinem Team die Erfindung zum Patent angemeldet hat.

Die innovativen Studenten wurden mit dem ersten Platz beim bundesweiten Cosima-Wettbewerb (Contest of Students in Microsystem Applications) des Elektrotechnik-Verbandes und des Forschungsministeriums ausgezeichnet. Sie gewannen auch den internationalen Wettbewerb iCan (International Contest in Nano/Micro Technologies).

Bevor der Handschuh massentauglich wird, dauert es noch eine Weile. Derzeit kostet der Prototyp rund 170 Euro. Mit ein paar technischen Optimierungen wäre es möglich, den Musikhandschuh in hohen Stückzahlen zu produzieren. “Insgesamt könnte man dann für schätzungsweise 15 bis 20 Euro Materialkosten solche Handschuhe herstellen“, sagt Barra. (Foto: Hannibal Hanschke/ Universität des Saarlandes).

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