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Gladiatoren
Gute Manieren im Ring
Ein Team österreichischer Wissenschaftler fand heraus, dass Gladiatoren bei ihren Kämpfen strengen Regeln folgten. Zwar kämpfte man oft genug bis zum Tode, doch unnötige Grausamkeit wurde vermieden.
Die Römer liebten Spiele, das ist bekannt. Zum Ruhme Roms, zu Ehren des Cäsar und zur Erbauung der Massen starben hunderttausende Menschen in den Arenen des Reiches. Allein im Kolosseum in Rom sollen an die 500.000 gestorben sein. Dass man sich jedoch nicht wahllos die Schädel einschlug, beweisen die Forschungsergebnisse der Forensiker.
Keine Spuren unnötiger Grausamkeit
Karl Großschmidt von der Medizinischen Universität in Wien und Fabian Kanz vom Österreichischen Archäologischen Institut beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema. Sie untersuchten die sterblichen Überreste von 67 Gladiatoren. Was sie herausfanden, ist gelinde gesagt überraschend. Unter den Kämpen galten ganz offensichtlich Regeln des Anstands. So fanden sie keine Spuren unnötiger Grausamkeit oder Verstümmelung. Jeder Kämpfer schien pro Runde nur eine Waffe zur Verfügung zu haben. Wenn der Gegner am Boden war, brachen sie den Kampf ab. Jedenfalls finden sich keine Spuren mehrfacher Schädigung.
Und noch ein interessantes Detail entdeckten die Forscher. Unterlegene Gladiatoren, bei denen das Publikum darauf bestand, dass sie sterben, wurden mit einem rechteckigen Hammer und vermutlich abseits der Arena hingerichtet. Das war nicht nur kurz und schmerzlos, sondern auch weniger demütigend. Obwohl viele Gladiatoren aus einfachen Verhältnissen stammten, oft genug Sklaven waren, konnten sie zu echten Superstars werden.
Ein guter Gladiator war wertvoller Besitz
Bei den Kämpfen gab es Schiedsrichter, die dafür sorgten, dass alles mit rechten Dingen zuging. Das mag in Anbetracht der Tatsache, dass es bei einem Kampf vorrangig darum ging, den Gegner umzubringen, etwas seltsam klingen, macht aber Sinn. Die Gladiatorenausbildung war aufwändig und sicherlich auch kostspielig. Ein guter Kämpfer war nicht zuletzt also ein wertvoller Besitz. Es war keinesfalls so, dass Kämpfe tödlich enden mussten.
Offenbar wurde auch Wert darauf gelegt, dass sich im Ring gleichwertige Gegner gegenüberstanden. Schließlich ging es in erster Linie um eine gute Show. Das Bild, dass Gladiator zu sein eine Art Himmelfahrtskommando war, scheint also nicht zu stimmen. Die Kämpen wurden gut behandelt und sogar medizinisch versorgt. Manche der Knochenbrüche, konnten erst unter einem hochauflösenden Röntgenapparat sichtbar gemacht werden. Ganz offensichtlich waren sie professionell geschient und versorgt worden.
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