Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Kondome
Gummi aus Löwenzahn
Von der Autofußmatte über Kondome bis zur gelben Quietschente: Etwa 40 000 Alltagsgegenstände sind aus Kautschuk. Die Nachfrage nach Rohstoffen wie dem asiatischen Gummibaum oder Erdöl steigt – die wachsenden Märkte in China und Indien wollen schließlich auch mit Autoreifen aus Kautschuk bedient werden.
Die Preise schnellen in die Höhe, die Industrie lechzt nach einer weiteren Rohstoffquelle. Und siehe da, bald kann man Quietschentchen auch aus Löwenzahn herstellen! Diese Idee ist nicht neu. So wurde der russische Löwenzahn schon von den Nazis genutzt – bisher stand die Wissenschaft aber vor einem gravierenden Problem: die schnelle Gerinnung der Flüssigkeit, die austritt, sobald man das vermeintliche Unkraut aufschneidet. Dieser Effekt erschwerte die Kautschukgewinnung.
Forscher der Universität Münster haben nun das Enzym entdeckt, das für die Gerinnung verantwortlich ist – und wollen es mit einem gentechnischen Eingriff ausschalten. Ein Weilchen dürfte es allerdings noch dauern, bis man die ersten Kondome aus Löwenzahn kaufen kann. Genetisch veränderten Löwenzahn auf dem Feld anzubauen ist nämlich verboten.
Die Forscher wollen die Pflanze mit den gelben Blüten mit dem nicht-gerinnenden Milchsaft deshalb auf herkömmlichen Weg züchten. Fünf Jahre werde es wohl noch dauern, bis man den floralen Gummilieferanten in großem Stil anbauen kann, schätzt Dirk Prüfer vom Institut für Biologie und Biotechnologie für Pflanzen.
Auch für Latexallergiker geeignet
Zum Einsatz kommt Löwenzahn aus Kasachstan. Der sieht seinem deutschen Vetter sehr ähnlich, liefert aber deutlich mehr Saft: rund einen Milliliter pro Pflanze. Diese Menge wollen die Forscher nun verfünffachen. Die Ermittlung der optimalen Bedingungen für den Anbau übernimmt das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig.
Die Biochemiker glauben jedoch nicht, dass Löwenzahn den Gummibaum komplett ersetzen wird. Dieser deckt den Weltbedarf von immerhin zehn Millionen Tonnen - kann jedoch allergische Reaktionen hervorrufen. Das ist problematisch bei Artikeln, die in der Medizin und in Kliniken eingesetzt werden. Ein weiteres Problem ist ein Pilz. Er hat Gummibäume in Südamerika so stark befallen, dass sie sich kaum mehr auf großen Plantagen anbauen lassen.
Mit dem alternativen Kautschuk wollen die Forscher bestimmte Bereiche am europäischen Markt bedienen. Im ersten Schritt zielt man auf Nischenanwendungen, etwa in der Medizintechnik. Dort hat der Alternativkautschuk den Vorteil, dass er keine Allergien auslöst – für Handschuhträger in Krankenhäusern ein wichtiges Argument.
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