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Kultur & Gesellschaft

Guerilla- vom Bösewicht zum Musterland?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Guerilla- vom Bösewicht zum Musterland?Guerilla- vom Bösewicht zum Musterland?
iStockphoto

Jugendgangs beherrschten die Straßen, Drogenbarone hatten Politik und Wirtschaft fest im Griff, Guerillas verbreiteten Terror. Doch seit ein paar Jahren wird alles anders: Die Mordrate sank von 35 000 Opfern jährlich auf 2000, und das Bruttoinlandsprodukt wächst um sieben Prozent pro Jahr.

Schon spricht man von einem südamerikanischen Wirtschaftswunder. Viele sagen, es sei das Verdienst eines Mannes: Alvaro Uribe Vélez, seit 2002 Präsident des Landes. Der Sohn eines Großgrundbesitzers studierte in Harvard und Oxford und genießt beim Volk nahezu Heldenstatus; Anfang 2008 hatte er Zustimmungswerte von 81 Prozent.

Während Uribes Amtsvorgänger auf Verhandlungen mit den Guerillas und Drogengangs setzten, verfolgt er einen harten Kurs und setzt auch die Armee ein, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Die Zahl der Rebellen sank in den letzten Jahren von 20 000 auf 8000, und auch die spektakuläre Befreiung von Ingrid Bétancourt geht auf das Konto des Präsidenten.

Außerdem unterstützt Uribe die US-Armee, die den Drogenanbau und -handel mit militärischen Mitteln einzugrenzen versucht. Nie zuvor in der Geschichte Kolumbiens wurde so viel Kokain beschlagnahmt wie unter Uribes Präsidentschaft. Uribe – ein Heiliger?

Das nun wohl doch nicht. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, sich notfalls rücksichtslos über die Gesetze hinwegzusetzen, zudem sei seine eigene Vergangenheit nicht frei von dunklen Flecken. So scheint Uribe in der Frühzeit seiner Karriere sogar enge Verbindungen zum berüchtigten Drogenbaron Pablo Escobar („El Patrón“) unterhalten zu haben.

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