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Fossilien

Grube Messel - Fenster zur Urzeit

Seit über hundert Jahren bergen Wissenschaftler aus den Ölschiefer-Schichten der Grube Messel bei Darmstadt spektakuläre Fossilien. Sie entstanden vor 47 Millionen Jahren, als der Steinbruch noch ein Vulkansee war, und zeigen heute, wie die Welt damals aussah.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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»Betreten bergbehördlich verboten. Lebensgefahr«. Das abweisende Schild hängt am ohnehin abgesperrten Tor eines mannshohen Maschendrahtzauns. Erwartungsvoll drängen sich zwei Dutzend Männer und Frauen um Michael Höllwarth, der den passenden Schlüssel bei sich trägt. Der ausgebildete Biologe führt die Gruppe jenseits des Zauns geradewegs hinein in das »Weltnaturerbe Grube Messel«.

Ein gewaltiges Loch tut sich zu Füßen der Besucher auf, 800 mal tausend Meter breit und siebzig Meter tief. An seine Ränder krallen sich Birken und Robi-nien, deren zartes Grün sich von den dunkelbraunen Schwelrückständen des ehemaligen Tagebaus der Grube Messel abhebt. Das aufgelassene Bergwerk wurde im Dezember 1995 zum UNESCO-Welterbe erklärt und gilt nun zugleich als erstes Weltnaturdenkmal auf deutschem Boden. Was die Grube so einzigartig und schützenswert macht wie beispielsweise den Grand Canyon, den Baikalsee und die Galapagos-Inseln und mehr als 788 weitere Denkmäler aus 134 Ländern der Welt, erschließt sich nicht beim ersten Hinsehen. Das dunkle Gestein weiß seine Schätze gut zu verbergen. In ihm schlummern die Überreste von Kreaturen, die 47 Millionen Jahre vor unserer Zeit die Landschaft zwischen Darmstadt, Dieburg und Langen mit Leben erfüllten.

Damals lag der eurasische Kontinent rund 1300 Kilometer weiter südlich, Messel somit etwa auf dem Breitengrad von Neapel. In ganz Deutschland war es tropisch heiß: Mit zwanzig bis 25 Grad Celsius lagen die Temperaturen im Jahresdurchschnitt mehr als doppelt so hoch wie heute und ließen einen üppigen Urwald gedeihen, der von Wasserfichten und Sumpfzypressen, Walnussbäumen und Lorbeergewächsen, Teesträuchern, Lianen und allerlei Kräutern in mehrere Stockwerke untergliedert war.

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Autor/in: Monika Offenberger


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