Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Kultur & Gesellschaft
Gibt es Zwangsehen auch für Männer?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Von den Familien arrangierte Ehen, an denen beide Parteien auch wirtschaftlich profitieren, sind in vielen Kulturen die Norm.
Jede zweite der in Deutschland geschlossenen Migrantenehen kommt unter Zwang zustande, schätzt der „Türkische Bund in Berlin-Brandenburg e. V.“. Nach Auskunft von Beratungsstellen sind vor allem kurdische und türkische Frauen zwischen 16 und 21 Jahren betroffen.
Aber auch Männer müssen mitunter gegen ihren Willen heiraten. Sie werden unter Druck gesetzt und sogar erpresst – von der Mutter, die etwa ihren Selbstmord ankündigt, oder dem Vater, der damit droht, die Mutter zu verlassen. Auch Gewalt gegen die Söhne dient als Mittel zum Zweck. Der Grund für solche Maßnahmen: Ist der Sohn etwa auf die „schiefe Bahn“ geraten, soll ihn die Heirat mit einer von den Eltern auserkorenen Frau auf den Pfad der Tugend zurückführen. Die damit verbundene Hoffnung: Als Oberhaupt einer eigenen Familie wird er ein stärkeres Verantwortungsgefühl entwickeln.
Hat der Sohn hingegen eine von den Eltern abgelehnte Freundin, wird unter Umständen eine „Urlaubsehe“ arrangiert: Bei einem Aufenthalt im Herkunftsland wird der Sohn zur Ehe gezwungen. Das verschafft gleichzeitig seiner anatolischen Frischangetrauten, – gern eine Cousine – die Möglichkeit in Deutschland zu leben. So wird einer Großfamilie geholfen, auf Kosten des eigenen Sohnes. Oder der Ehemann wird „importiert“, wenn eine Familie in Deutschland keinen geeigneten Gatten für ihre Tochter findet. Der Auserwählte kann sich dagegen kaum wehren, da seine Familie große Hoffnungen in ihn und seine finanzielle Unterstützung aus Deutschland setzt.
Mit den Eltern und der Familie zu brechen, schaffen viele Männer nicht. Die meisten schämen sich und sprechen nicht über ihr Schicksal. Es passt einfach nicht in ihr Bild von einem Mann, sich einen fremden Willen aufzwingen zu lassen.

























