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Wissenschaft & Technik

Gibt es Musik aus dem Vulkan?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Gibt es Musik aus dem Vulkan?Gibt es Musik aus dem Vulkan?
iStockphoto

Die »Musik« des Berges Tungurahua in Ecuador wird regelmäßig aufgezeichnet. Melodisch wie klingt sie nicht.

In aller Welt suchen Wissenschaftler noch immer nach einer Methode, mit der sich Vulkanausbrüche zuverlässig vorhersagen lassen. Bisher behilft man sich damit, die Konzentration der Gase zu messen, die aus den Kratern aufsteigen. Oder man zeichnet mithilfe von Seismografen die Bodenbewegungen auf und prüft sie hinsichtlich Auffälligkeiten. Italienische Forscher um den Physiker Roberto Barbera von der Universität Catania erproben gerade eine neue Methode, die Sonifikation – dabei werden die Daten des Seismografen in Töne umgewandelt.

Dazu legt ein Computerprogramm die Linien der seismografischen Aufzeichnung auf leere Notenlinien. Dort wo das Zickzackmuster die Linien berührt, wird eine Note gesetzt. Aus der Notenfolge ergibt sich ein Musikstück. Die Wissenschaftler hoffen, charakteristische Tonfolgen zu identifizieren, die einen Vulkanausbruch ankündigen. Dafür haben sie die seismischen Daten des Tungurahua in Ecuador und des Ätna auf Sizilien digital aufgezeichnet und in 200-facher Geschwindigkeit abgespielt. So werden auch Schwingungen aus dem Infraschallbereich für den Menschen hörbar.

Echter Ohrenschmaus ist das zunächst noch nicht, es klingt wie ein Sturm, der ums Haus weht. Domenico Vicinanza vom Musica Inaudita Sound Laboratory der Universität Salerno erzeugt jedoch aus den Vulkantönen Klaviermusik, indem er sie in computerlesbare Dateien umwandelt. Die Vulkankonzerte klingen, einmal positiv ausgedrückt, sehr avantgardistisch.

Der Zweck des Ganzen: Weil das Gehör sensibler ist als das Auge, sollen Muster oder Strukturen leichter auszumachen sein. Gerade wenn sich neue Beben ankündigen. Dann sind beispielsweise auf dem Seismogramm schraubenförmige Linien zu beobachten, sogenannte Tornillos. Schneller abgespielt hören sie sich sehr harmonisch an, wie ein Percussionsinstrument. Der Nachteil des Verfahrens: Die Daten können nicht automatisch ausgewertet werden, sondern müssen von Menschen »durchgehört« werden.

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