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Wissenschaft & Technik
Gibt es einen Panzer aus Leinen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Der Linothorax, ein Leinenpanzer, mit dem sich beispielsweise auch Alexander der Große schützte, hat Wissenschaftlern lange Zeit Rätsel aufgegeben.
Denn anders als Rüstungen aus Metall, gibt es vom Linothorax, der aus vielen verleimten Stoffschichten bestand, aufgrund seiner vergänglichen pflanzlichen und tierischen Bestandteile keine Überbleibsel. Lediglich etwa 24 Beschreibungen aus zeitgenössischer Literatur sowie um die 700 Bilder in Mosaiken, auf Vasen und Skulpturen sind von ihm geblieben.
Nun aber wurde der Linothorax von einem Team der University of Wisconsin Green Bay um den Historiker Gregory Aldrete erstmals rekonstruiert. Die Forscher bauten mehrere Exemplare der Leinenpanzer mit authentischen Stoffen nach, nämlich Flachsfasern, die wie in der Antike von Hand geerntet, gesponnen und gewebt wurden, sowie aus Klebern, die aus Flachssamen oder aus der Haut von Kaninchen gewonnen wurden.
Um den so rekonstruierten Panzer zu testen, traktierten ihn die Historiker anschließend systematisch mit Schwert, Axt und Speer. Dabei zeigte sich: Das Kleidungsstück muss jedem Kettenhemd überlegen gewesen sein! Das verklebte Leinen wirkt ähnlich wie Kevlar, aus dem die heutigen und zu 100 Prozent schusssicheren Westen hergestellt werden. Doch das war längst nicht der einzige Vorteil: Der Linothorax, so stellte Aldrete bei seinen Untersuchungen fest, war auch um ein Vielfaches leichter als herkömmliche Panzer.
Er wog nur etwa ein Drittel des Gewichts eines Metallpanzers und passte sich durch die Körperwärme perfekt an den Körper seines Trägers an, was Alexander und seinen Mannen viel Bewegungsfreiheit schenkte. Zudem bestand der Leinenpanzer aus billigen und einfach zu beschaffenden Materialien, sodass eine Massenproduktion möglich gewesen ist. Die Herstellung eines Metallpanzers war dagegen deutlich zeitaufwendiger.























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