Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Geschichte & Politik
Gibt es den Index heute noch – oder dürfen Katholiken alles lesen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Eigentlich schien das Thema »gegessen« – doch dann kam es durch die erzkatholische Organisation »Opus Dei« wieder auf den Tisch: das Leseverbot bestimmter Bücher für Katholiken. In seinem berüchtigten »Index Librorum Prohibitorum«, dem »Verzeichnis verbotener Bücher«, ließ der Vatikan ab 1559 alle Texte auflisten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre nicht in Einklang zu bringen waren.
Für einen Katholiken bedeutete bereits der Besitz eines verbotenen Buchs die Exkommunikation und damit »ewige Verdammnis«. Ursprünglich wollten die Glaubenswächter so den Protestantismus in den Griff bekommen, dessen Vordenker Martin Luther sie am liebsten schon 1522 beim Erscheinen der deutschen Bibelübersetzung verbrannt hätten. Paradoxerweise war es gerade die Heilige Schrift, die immer wieder auf dem Index landete, neben unerwünschten Übersetzungen war zeitweise sogar der Originaltext verboten.
So wollte die katholische Kirche ihre Deutungshoheit sichern. In ihrem Eifer setzten die Zensoren außerdem Tausende von weltlichen Autoren auf die schwarze Liste. Sogar harmlosen Büchern wie »Winnetou« oder dem von christlicher Nächstenliebe geprägten »Onkel Toms Hütte« drohte vorübergehend das Verbot.
1966 wurde der Index abgeschafft, weniger aus neuer Toleranz, sondern weil die Flut der Neuerscheinungen sowieso nicht mehr gebändigt werden konnte. Seitdem müssen es Katholiken mit ihrem eigenen Gewissen vereinbaren, wenn sie »unsittliche« Schriften konsumieren.
Nun wurde aber bekannt, dass weiter ein inoffizieller Index existiert, der von »Opus Dei« geführt und ständig aktualisiert wird. Für die 80000 Mitglieder sind neben Philosophen wie Schopenhauer und Nietzsche auch Brecht und Böll tabu. Ebenso wie Dan Browns Bestseller »Sakrileg« oder Margit Hähners Roman »Auch nur ein Mann«. Den Zorn der Obrigkeit erregte die Autorin, weil sie darin das Zölibat aufs Korn nimmt.

























