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Gehirn auf Festplatte

Computer werden bis zum Jahr 2050 hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Informationsverarbeitung zum menschlichen Gehirn aufgeschlossen haben.

Das menschliche Gehirn gilt als die komplizierteste Struktur, die wir im Universum vorfinden. Die außergewöhnlichen Eigenschaften dieser etwa 1,5 kg schweren Gewebsmasse, die aus schätzungsweise 1000 Milliarden Nervenzellen besteht und über mehr als eine Trillion synaptischer Verbindungen (dies entspricht der geschätzten Gesamtzahl von Blättern im Regenwald des Amazonas) verfügt, haben es dem Menschen ermöglicht, die Herrschaft über die Erde anzutreten sowie nahezu alle anderen Spezies, aber auch sich selbst gezielt zu manipulieren. In den letzten Jahren wurde von IT-Experten gern die Analogie des Gehirns mit hochkomplexen Computern betont, obwohl sich beide sowohl hinsichtlich der Schnelligkeit der Informationsverarbeitung als auch in der Speicherfähigkeit um viele Größenordnungen unterscheiden. Schenkt man den Ausführungen des Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von British Telecom, Ian Person, Glauben, dann werden Computer bis zum Jahr 2050 hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Informationsverarbeitung zum menschlichen Gehirn aufgeschlossen haben.

Wie viele andere Computerexperten nimmt Ian Person auch für die kommenden Jahrzehnte eine ungebremste Entwicklung in der Computertechnologie an. In einem Interview mit der britischen Tageszeitung "Observer" behauptet er: "Wir meinen das sehr ernst. Betrachten Sie doch nur die derzeitige Entwicklung: 45 Jahre Fortschritt in der IT-Branche sind eine verdammt lange Zeit. Ein Beispiel: Im Vergleich zur Playstation 2 wird die bald auf den Markt kommende PS3 etwa 35 Mal so leistungsfähig. Vor zehn Jahren hätte eine solche Konsole als der absolute Super-Computer gegolten. Die Playstation 3 von Sony hat jetzt etwa ein Prozent der geschätzten Rechenleistung des menschlichen Gehirns. Vielleicht wird die Leistung von Playstation 5 schon mit der unseres Gehirns vergleichbar sein". Dann sollte es seiner Meinung auch möglich sein, über Mensch-Computer-Schnittstellen die gesamte, in einem menschlichen Gehirn gespeicherte Information auf eine Festplatte (Bild links) herunterzuladen und zu sichern. Von dort könnte das virtuelle Gehirn mit künstlichen, Computer generierten Welten kommunizieren. Damit wäre es potentiell möglich, Menschen mit Hilfe von Computern eine Art von Unsterblichkeit zu ermöglichen.

Aber die Computer sollen sich auch in andere Richtung weiterentwickeln. "Wir forschen bereits daran, wie Computer gebaut sein müssen, damit sie eine Art von Bewusstsein bekommen, das dem menschlichen gleicht", meint dazu Ian Pearson. Nach seinen Vorstellungen sollen Computersysteme in der Zukunft menschliche Emotionen lernen. So könnte die Software, die ein Flugzeug steuert, in ihren Schaltkreisen soviel "Angst" entwickeln, dass sie von sich aus alle Möglichkeiten durchrechnet, um einen drohenden Absturz oder eine Kollision mit einer anderen Maschine zu verhindern. Pearson glaubt auch fest daran, dass schon in naher Zukunft erste virtuelle Welten geschaffen werden. Seiner Meinung nach sind schon im Jahr 2020 computergenerierte Umgebungen ein fester Bestandteil unseres Lebens, in denen wir dann mit anderen in vielfältiger Weise kommunizieren, Geschäfte machen und die Freizeit verbringen können.

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