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Geschichte & Politik
Gab es den Zauberer Merlin wirklich?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wenn sich eine Nonne königlicher Herkunft mit einem Dämon einlässt, dann kann dem Kind dieser schicksalhaften Liaison kein normales Leben bevorstehen. Und genauso kommt es: Der so gezeugte Knabe macht im frühen Mittelalter als Wahrsager und Barde von sich reden und steigt schließlich zur grauen Eminenz am Hof von König Artus auf. Erstmals taucht der als ebenso genial wie skrupellos beschriebene Magier namens Merlin im 12. Jahrhundert auf. Der britische Gelehrte Geoffrey von Monmouth (1100–1154) verfasst 1136 eine mit vielen Sagen garnierte Geschichte der Könige Britanniens. Dabei berichtet er auch von einem geheimnisvollen Wahrsager, dessen wundersame Fähigkeiten von Barden überliefert wurden. Gut möglich, dass sich in diesen Legenden die Erinnerung an einen zu seinen Lebzeiten berühmtberüchtigten keltischen Dichter erhalten hatte: Myrddin Lailoken - ein Sänger und Geschichtenerzähler, der um 540 in Wales geboren wurde.
Prägend für sein Leben war die Schlacht von Arfderydd, wo 573 Christen und Heiden auf heute schottischem Gebiet um die Vorherrschaft kämpften. Myrddin war ein Anhänger der alten keltischen Götter und tötete im Schlachtgetümmel seinen Neffen, der sich auf die Seite der Christen geschlagen hatte. Entsetzt über seine Bluttat floh Myrddin in die Wälder, wo er ein Leben als Einsiedler führte und zu einem gleichzeitig gefürchteten und geachteten Propheten wurde. Obwohl der historische Myrddin in Schottland starb, hat sich in der Gegenwart ein Kult um sein angebliches Grab in der Bretagne gebildet. Hier im Wald von Paimpont soll Merlin einst von seiner Geliebten Nimue verhext worden sein.
P.M. Fragen & Antworten 05/2011























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