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Psychologische Tests

Fragebögen voller Fallen

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Mit ihrer Hilfe wollen Psychologen unsere Persönlichkeit ergründen, unsere Intelligenz messen oder sogar entscheiden, ob wir für einen begehrten Job geeignet sind. Doch sind psychologische Tests dazu wirklich in der Lage? Eine kritische Analyse weckt Zweifel.

Markus H. liegt gut in der Zeit. Den Rechentest hat er ohne Probleme gelöst, auch die Textanalyse und die Aufgaben zum Abstraktionsvermögen. Jetzt soll er Fragen über seine Persönlichkeit beantworten – und wird zum ersten Mal nervös. »Ein unaufgeräumter Schreibtisch stellt für mich und meinen Ordnungssinn eine Herausforderung dar«, liest der 29-Jährige. Eine von drei möglichen Antworten kann er auswählen: a) stimmt, b) stimmt nicht c) teils-teils. »Antwort b passt am ehesten«, denkt Markus. »Ich würde den Schreibtisch sicher aufräumen, aber vielleicht nicht sofort. Und unter einer Herausforderung verstehe ich etwas anderes.«

Er blickt zum Psychologen, der auf einem schwarzen Bürostuhl vor der Gruppe sitzt und die Kandidaten beobachtet. Nur wenige von ihnen werden einen der begehrten Trainee-Plätze erhalten. »Vielleicht ist es besser, wenn ich Antwort a) ankreuze«, überlegt Markus. »Das macht bestimmt einen besseren Eindruck.« Als er den Stift ansetzt, schießt ihm ein neuer Gedanke durch den Kopf: »Und wenn sie mich dann für einen oberpingeligen Menschen halten? Aber ›teils-teils‹ ist sicher noch ungünstiger – da denkt ja jeder, ich kann mich nicht entscheiden und drücke mich vor einer klaren Antwort.«
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Autor/in: Melanie Verhovnik


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