Es besteht nicht die geringste Gefahr, dass je die Vernunft auf Erden überhandnehmen, dass es je vernünftig zugehen könnte auf Erden.
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Moos
Fortpflanzung mit Jet-Antrieb
Was hat die Natur sich bei der Fortpflanzung nicht alles einfallen lassen! Bei Torfmoosen war sie offensichtlich besonders kreativ: Um sich zu vermehren, bedienen sich Moose der Gattung Sphagnum eines Jet-Antriebes, bei dem sich kleine, explosionsartige Wirbelwölkchen bilden.
Das haben Forscher des Pomona College in Kalifornien entdeckt. Wenn der Betrachter in einem Hochgeschwindigkeitsvideo kleine ringförmige Wölkchen sieht, die sich über dem Moos erheben – gerade dann läuft der Jet-Auftrieb auf Hochtouren.
Mehr als zehn Zentimeter hoch schießen Sporen aus den Kapseln des Sphagnum in die Höhe. Dabei erzeugt das Moos kleine, an Pilze erinnernde Wolkenwirbel. Sie beschleunigen den Auftriebsprozess um ein Vielfaches. Ohne den Jet-Antrieb würden die Sporen nur ein paar Millimeter weit kommen.
Zu schnell fürs menschliche Auge
Dieser Antrieb macht die Fortpflanzung überhaupt möglich: Erst wenn die Sporen eine gewisse Höhe erreicht haben, werden sie vom Wind aufgegriffen und weggetragen. Schaffen sie das, bilden sich Kilometer weiter neue Moosflächen. Der schnelle Wirbelprozess ist mit bloßem Auge allerdings nur verschwommen zu erkennen – das menschliche Auge kann nur Bewegungen wahrnehmen, die nicht schneller als eine Zwanzigstel Sekunde sind.
Deshalb hätten die Forscher auch ein Hochgeschwindigkeitsvideo eingesetzt, so der kalifornische Physiker Dwight Whitaker. Vollkommen neu ist die Technik mit Jet-Antrieb nicht: Auch Tintenfische machen Gebrauch davon. Bei ihnen geht es allerdings um Fortbewegung – die Fortpflanzung durch Jet-Antrieb bei Moosen war bisher aber unentdeckt.
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