Es besteht nicht die geringste Gefahr, dass je die Vernunft auf Erden überhandnehmen, dass es je vernünftig zugehen könnte auf Erden.
Die geheimen Supersinne des Internets
Sind alle Menschen von Natur aus Egoisten?
Die fliegende Sternwarte
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Formel für Kassenknüller
Am 5. Februar 1894 wurde in New York der erste Stummfilm öffentlich aufgeführt. Seitdem hat sich in über 100 Jahren Kinogeschichte einiges getan. Viele frühere Filme kommen uns heute reichlich befremdlich vor. Schuld daran haben nicht nur die veraltete Mode oder die altbackenen Dialoge. Der Kognitionspsychologe James Cutting hat einen weiteren Grund herausgefunden: Die alten Filme widersprechen unseren natürlichen Sehgewohnheiten.
Cutting und sein Team von der Cornell University untersuchten 150 Blockbuster von 1935 bis 2005. Bei jeder einzelnen Szene ermittelten sie die genaue Dauer bis zum nächsten Schnitt. Die gesammelten Daten untersuchten sie nach bestimmten Mustern. Dabei stellten sie fest: Bei neueren Filmen gleicht die Szenenfolge öfter einer ganz bestimmten Frequenz. Diese wird in der Chaostheorie als 1/f-Rauschen bezeichnet.
Die Chaosforschung beschäftigt sich mit den Gesetzen, die in komplexen Systemen herrschen. Das 1/f-Rauschen, also der reziproke Wert dieser Frequenz, ist ein natürlicher Rhythmus, der in der Natur, in der Musik und in der Wirtschaft gleichermaßen vorkommt. Auch die menschliche Aufmerksamkeit richtet sich danach.
Das bedeutet: Wiederholen sich Szenen mit gleicher Länge in regelmäßigen Abständen, fällt uns das Zusehen leichter. Wir “verlieren“ uns eher in dem Film. Die eigentliche Länge der Szenen spielt dabei keine Rolle. Nur das Muster ist entscheidend. Schnell geschnittene Actionfilme können dem ebenso entsprechen wie langsame Dramen, auf die Gleichmäßigkeit kommt es an.
Doch warum finden wir diese Struktur öfter bei modernen Filmen?
Wir als Zuschauer sind letztlich dafür verantwortlich: Einen Film, der dem 1/f-Rauschen entspricht, werden sich viele Menschen gerne ansehen. Sie steigen zu Kassenknüllern auf, die Produzenten zu kopieren versuchen. Dadurch entstehen in Hollywood und anderen Filmstudios immer mehr Filme nach unserem natürlichen Empfinden (Foto Pixelio).
Einige Filme treffen den 1/f-Rhythmus fast genau. Sie kommen aus allen Genres und Jahrzehnten: Darunter befinden sich die “Star Wars“-Filme, aber auch der James Dean-Klassiker “...denn sie wissen nicht, was sie tun“. Großmeister Alfred Hitchcock ist mit “Die 39 Stufen“ ebenfalls in diesem erlesenen Kreis vertreten.























