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Krimis, Dramen und Husarenstücke

Flucht durch den Eisernen Vorhang

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Durch Tunnel, mit selbst gebauten Vehikeln oder cleveren Tricks versuchten DDR-Bürger, den Westen zu erreichen – immer unter Lebensgefahr. ZDF-Autor Jean Christoph Caron berichtet für P.M. HISTORY auch über bislang unbekannte Fluchtschicksale.

Seit die DDR existierte, wollten Menschen ihr entfliehen – und riskierten dafür alles, sogar ihr Leben. Die SED-Führer schotteten ihren Staat immer mehr ab und errichteten ein brutales Grenzregime mit der Mauer, vermintem Todesstreifen und dem Befehl, auf Flüchtlinge zu schießen. Doch viele Menschen haben es dennoch riskiert, die Fluchtfantasien kannten keine Grenzen. Mit gekaperten Dampfloks und Schiffen, mit selbst konstruierten Seilbahnen und Flugvehikeln versuchten sich DDR-Bürger in Richtung Westen abzusetzen.

Vom Mauerbau bis zur Wende im Jahr 1989 glückten über 5000 solcher teils atemberaubender Fluchtversuche – zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Einige spektakuläre Grenzdurchbrüche blieben jahrzehntelang unbekannt und kamen erst durch die Wende aus Stasi-Akten ans Tageslicht. Noch jüngst haben Historiker und Journalisten bislang unbekannte Fluchtgeschichten recherchiert. Es sind Geschichten von Triumphen und Tragödien in letzter Sekunde, von dramatischen Pannen und Todesopfern, von Liebe, Intrigen und Verrat. Allen Fluchtfällen ist eines gemeinsam: Sie zeugen von Erfindergeist, Mut und der Hoffnung auf ein besseres Leben in Freiheit.

Bereits als die DDR noch sowjetische Besatzungszone war, flüchteten Menschen aus Ostdeutschland in den Westen. Während die »grüne Grenze« außerhalb Berlins schwach bewacht wurde, waren Reisebewegungen vom sowjetischen in einen westalliierten Sektor Berlins durch Interzonenpässe und Aufenthaltsgenehmigungen schon früh streng reglementiert. Die Abwanderung und Flucht von politischen Gegnern und Intellektuellen war von den Verantwortlichen in Ost-Berlin zunächst durchaus gewünscht, um eine gesellschaftliche Neuordnung herbeizuführen. Erst relativ spät erkannten die Genossen die problematische Seite des Verschwindens von Bürgern aus ihrem Staat. Im Mai 1952 wurde eine fünf Kilometer breite Sperrzone an der Westgrenze eingerichtet, die unter Schusswaffengebrauch von nunmehr 35000 Grenzpolizisten bewacht werden sollte. Bis zum Bau der Berliner Mauer starben an der innerdeutschen Grenze 100 Menschen beim unerlaubten Grenzübertritt.
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