Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Sigmund Freud Special
Filmgeschichten mit »Psycho-Faktor« - Freud goes Hollywood
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Filmgeschichten mit »Psycho-Faktor« - Freud goes Hollywood
Sie kamen fast zeitgleich »auf die Welt«: der Film und Sigmund Freuds Theorien über das Unbewusste. Filmemacher gehörten zu den ersten Fans der Psychoanalyse; 1925 bot Hollywood Freud die riesige Summe von 100000 Dollar für Beratung bei einem Filmprojekt an. Doch Freud lehnte ab, wollte nicht mit dem neuen Medium in Verbindung gebracht werden. Er wehrte sich vergeblich – bis heute schreibt er, ungewollt, an vielen Drehbüchern mit. Hier ein paar Beispiele.
Vom Winde verweht
1939 (USA)
Regie: Victor Fleming. Darsteller: Vivien Leigh, Clark Gable
Handlung: Vor dem Hintergrund des amerikanischen Bürgerkriegs erlebt die Erbin einer Südstaatenplantage zahlreiche Schicksalsschläge. Nach jahrelangen Irrungen kehrt sie auf die geliebte Plantage zurück.
Der »Freud-Faktor«: Der Film erzählt die »Krise des Erwachsen-Werdens«. Die Heimat ist ein Symbol für die Geborgenheit im Uterus, ihr Verlust gehört zu den menschlichen Ur-Erfahrungen. Die Rückkehr auf die Plantage steht für die neue Sicherheit, die wir nach existenziellen Reifeschritten erreichen.
Psycho
1960 (USA)
Regie: Alfred Hitchcock. Darsteller: Anthony Perkins,
Vera Miles, Janet Leigh
Handlung: In einem Motel, das von einem sympathischen jungen Mann geführt wird, geschehen zwei brutale Morde. Alles spricht dafür, dass die »böse« Mutter des Motelbesitzers dahintersteckt. Doch dann stellt sich heraus: Sie ist schon lange tot.
Der »Freud-Faktor«: Der spannende Krimi spielt mit dem tiefenpsychologischen Motiv einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung. Er entführt den Zuschauer in die Innenwelt einer Psychose, wo der Mensch – mit den Worten Freuds – nicht »Herr im eigenen Haus« ist.
Pulp Fiction
1994 (USA)
Regie: Quentin Tarantino. Darsteller: John Travolta, Samuel L. Jackson, Uma Thurman
Handlung: In dem »Kultfilm« werden drei verschiedene Gangster-Episoden erzählt und auf zunächst verwirrende Weise ineinander »verschachtelt«.
Der »Freud-Faktor«: Die Wirklichkeit – oder das, was man dafür hält– wird aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt. Die brutalen Killer wirken wie nette Jungs. Während sie einen Mord vorbereiten, unterhalten sie sich über die Wirkung von Fußmassagen. Meisterhaft setzt der Regisseur so die »Banalität des Bösen« in Szene.
The Sixth Sense
1999 (USA)
Regie: M. Night Shyamalan. Darsteller: Haley Joel Osment, Bruce Willis
Handlung: Ein kleiner Junge wird von unheimlichen Phänomenen gequält: Er sieht Tote, die nicht zu wissen scheine, dass sie gestorben sind. Die Mutter wendet sich an einen berühmten Kinderpsychologen, der sich ganz und gar der Therapie des Jungen verschreibt. Nicht nur aus Mitgefühl, sondern auch wegen seiner Schuldgefühle: Er hat einen seiner Patienten nicht vom Selbstmord abhalten können. Der Film endet mit einer grauenhaften Erkenntnis.
Der »Freud-Faktor«: Die Geschichte spielt vor einem psychoanalytischen Hintergrund. Sie zeigt, dass Menschen, die als »Spinner« abgetan werden, in einer zwar anderen, aber durchaus »wirklichen« Realität leben. Vor allem macht der Film deutlich: Was unsere eigene Wirklichkeit betrifft, haben wir einen »blinden Fleck«.
Das Cabinet des Dr. Caligari
1920 (deutschland)
Regie: Robert Wiene. Darsteller: Werner Krauss, Lil Dagover
Handlung: Der gütige Nervenarzt Dr. Caligari führt einen somnanbulen Jungen vor, der die Zukunft voraussagen kann. Doch dann häufen sich unheimliche Morde in der Stadt.
Der »Freud-Faktor«: Der Stummfilm wurde nicht in Hollywood produziert, sondern in Deutschland, in einer Zeit, in der die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie noch als extrem beunruhigend empfunden wurden. Freud hat diesen Film heftig kritisiert, weil der Nervenarzt als eine Art Hypnotiseur dargestellt wird. Der Film zeigt, wie fließend die Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn sein kann. Am Ende zeigt sich, dass Dr. Caligari selbst nervenkrank ist – ein beliebtes Motiv in der künstlerischen und satirischen Behandlung des Themas Psychoanalyse.
- Kultur & Gesellschaft
- Clint Eastwood
- Gary Cooper

























