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Elektronik

Fernsehen ohne Strippen

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Fernsehen ohne StrippenFernsehen ohne Strippen

Seit 1996 gibt es auf dem europäischen Markt Flach-TVs. Und seitdem versprechen die Hersteller einen Fernseher, der sich wie ein Bild an die Wand hängen lässt. Das funktioniert im Prinzip auch. Allerdings sind sämtliche Kontakte kaum zugänglich auf der TV-Unter- oder Rückseite versteckt. Soll einmal etwa ein neuer DVD-Spieler mit dem Bildschirm verkabelt werden, bedeutet das meist: Das Gerät muss abgeschraubt werden.

Die Alternative mancher Hersteller: Sie lagern sämtliche Kontakte (und das Empfangsteil) in einer Zusatzbox aus – nur ein Kabel verbindet den Bildschirm mit dem Anschlussfeld. Das ist zwar schon besser, als die Kontakte alle auf der Rückseite des Fernsehers anzubringen. Aber dieses eine Kabel ist meist recht dick, entsprechend unflexibel und oft nicht lang genug. Besser als nur ein Kabel ist deshalb gar kein Kabel. Dürfte ja kein Problem sein, oder?

Im HDTV-Zeitalter ist das aber gar nicht so einfach. Schließlich sollen auch hochauflösende Bilder vom Blu-ray-Spieler verlustfrei zur Mattscheibe transportiert werden. Verlustfrei heißt: Wenn überhaupt Datenreduktion zum Einsatz kommt, darf sie die Qualität nicht mindern. Nur: Je nach Auflösung, Bildfrequenz und Farbtiefe verlangt hochauflösendes Video nach einer Netto-Datenrate von einem Gigabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein DVD-Laufwerk transportiert im Mittel fünf Megabit/Sekunde, also 200-mal weniger.

Die bislang für Unterhaltungselekt­ronik verfügbaren Frequenzbänder müssen dazu passen. Die WirelessHD-Allianz (WiHD, Mitglieder unter anderem: LG, NEC, Panasonic, Philips, Samsung, Sony, Toshiba) nutzt jetzt den Bereich um 60 Gigahertz (GHz). Auf Distanzen bis etwa zehn Meter sind Datenraten von vier Gigabit/Sekunde möglich. Mehr als genug also, um hoch­auflösende TV-Bilder ohne Datenreduktion zu funken. Die ersten TVs mit der Technik sind verfügbar – unsere Übersicht links zeigt sie.

Das Unterschleißheimer AV-Top-Labor konnte mit dem Panasonic
Z 1 bereits Erfahrungen sammeln. Das Fazit der Tester: Die Technik ist alltagstaug-
lich und funktioniert wie versprochen.

Sony ist nicht nur Mitglied bei WiHD, sondern auch bei WHDI (Wireless Home Digital Interface). Diese Ultra-Breitband-Funktechnik (UWB) sendet bei fünf GHz. Das reicht für Datenraten von 675 MBit/s. Hier lassen sich HD-Bilder also nur mit Daten­reduktion funken. WHDI war vor WiHD verfügbar: Im Jahr 2008 wollte Sony offensichtlich nicht länger auf das Ende der langen Leitung warten und nutzt WHDI im Fernseher KDL-40 EX 1.

Auch den KDL-40 EX 1 konnte das AV-Top-Labor bereits unter die Lupe nehmen. Mit ihm waren die Tester nicht zufrieden: Das Bild via Funk war schlechter als per HDMI-Kabel – der hochauflösende Bildschirm entlarvt die Schwächen der UWB-Technik gnadenlos. Die Zukunft dürfte deshalb den 60-GHz-Funkern von WiHD gehören.
Ein Kabel wird Ästheten aber bis auf Weiteres nicht erspart bleiben: Ohne Netzstrippe bleibt der Bildschirm dunkel.

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