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Kultur & Gesellschaft

Family Business oder Shareholder Value?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Welche Unternehmensform ist erfolgreicher? Die Oetker-Gruppe zum Beispiel wird seit Jahrzehnten als unabhängiges Familienunternehmen geführt.

Shareholder Value ist seit Jahren ein betriebswirtschaftliches Modewort. Es kommt aus den USA, drückt eine gängige Unternehmensphilosophie aus und bedeutet: Das Ziel einer börsennotierten Firma muss vor allem sein, den Wert (= value) der im Besitz der Aktionäre (= shareholder) befindlichen Anteile zu steigern.

Vor allem internationale Großkonzerne wie DaimlerChrysler oder Siemens erwecken so oft den Eindruck, dass kurzfristige Aktionärsinteressen ihnen mehr gelten als langfristige Unternehmensziele. Angestellte Topmanager sollen vor allem den Börsenkurs hochhalten, und das Standardrezept dafür ist: Wachstum, Wachstum, Wachstum (sei es auch mit Schulden) und eine kurzfristig hohe Rendite.

»Family Business« dagegen – Firmen wie Oetker oder Haniel, in denen die Eigner noch selbst am Ruder sind – gilt als deutlich vorsichtiger in seiner Unternehmenspolitik. Grundsätzlich kann jeder auch Aktien der meisten großen Familienunternehmen kaufen, aber lange Zeit waren diese bei Anlageexperten und Investoren nicht gefragt: zu wenig Wachstum, zu viel Hemmungen davor, Mitarbeiter kostensenkend und börsenkurssteigernd auf die Straße zu setzen oder für Investitionen Fremdkapital aufzunehmen (sprich: Schulden zu machen).

Mittlerweile aber denkt die Fachwelt differenzierter. Studien haben gezeigt, dass familiengeführte Unternehmen gerade wegen ihrer konservativen und an Stabilität orientierten Firmenpolitik durchaus wettbewerbsfähig sind – vor allem langfristig.

Seit Anfang 2005 gibt es an der Frankfurter Börse sogar einen eigenen Aktienindex für große deutsche Familienunternehmen, den GEX (German Entrepreneurial Index). Eine Bank hat mal nachgerechnet, wie der GEX – gäbe es ihn schon 15 Jahre länger – im Vergleich zum DAX (Deutscher Aktienindex) der 30 deutschen Top-Unternehmen abgeschnitten hätte. Ergebnis: um satte knapp sieben Prozentpunkte besser – pro Jahr.

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