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Richard Löwenherz

Falsche Freunde, treues Volk

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Im Gegensatz zum triumphalen Aufbruch ins Heilige Land wurde seine Heimreise zur Schmach, die eineinhalb Jahre währte. In Deutschland gefangen gehalten und vom Kaiser gedemütigt, kam der Kreuzritter ohne Heer nur durch ein immenses Lösegeld wieder frei.

Der Kreuzzug ist zu Ende. Richard Löwenherz hat es eilig, nach Hause zu kommen, denn sein Reich ist in Gefahr. Zwei Jahre sind vergangen, seit er das Angevinische Reich, das sich von Schottland bis zu den Pyrenäen erstreckt, verlassen hat, um Jerusalem zu befreien. Seine Gegner haben die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen: So haben sich sein Bruder Johann und König Philipp II. von Frankreich gegen ihn verschworen und den englischen Statthalter Wilhelm Longchamp vertrieben; Philipp hat Richards Vasallen auf französischem Boden gegen ihn aufgestachelt. Und in Frankreich waren bereits zahlreiche Aufstände gegen die englische Krone aufgeflammt, die nur dank der tatkräftigen Unterstützung von Richards Schwager, Sancho von Navarra, niedergeschlagen werden konnten. Höchste Zeit, dass der Monarch wieder persönlich nach dem Rechten sieht. Bald werden die Winterstürme das Mittelmeer unpassierbar machen. Am 9. Oktober 1192 besteigt Richard in Akkon die »Franche-Nef«, eines der wenigen Schiffe, die um diese Jahreszeit noch die Überfahrt nach Europa wagen.

9. Oktober 1192: Die Heimreise beginnt
Richards Ziel ist das im Südwesten Frankreichs gelegene Herzogtum Aquitanien, das er von seiner Mutter geerbt hat. Es ist das politische Zentrum seiner französischen Besitzungen und damit auch seiner Macht. Der Weg dorthin führt zwangsläufig durch Feindesland: Landet der König in Norditalien oder Südfrankreich, muss er die Provence durchqueren, das Hoheitsgebiet seines Gegners Graf Raimund; die Route weiter östlich durch das Rheinland liefert ihn der Willkür König Philipps II. und Kaiser Heinrichs VI. aus; der Seeweg entlang der Küste nach Barcelona ist riskant, da ihm hier die mit dem Kaiser verbündeten Genueser und Pisaner den Weg abschneiden können.

Richard beschließt, inkognito zu reisen, und er wählt eine Route, die niemand erwartet: Mit seinen Getreuen verlässt er auf der Insel Korfu die »Franche-Nef« und mietet Galeeren, die ihn entlang der dalmatinischen Küste nach Norden bringen sollen.
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Autor/in: Monika Weiner


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