Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Kirchengeschichte
Es gibt viele starke Frauen, die Geschichte gemacht haben – aber nur eine Papstmacherin! - Marozia
Eine zarte, unschuldige Schönheit – doch die Liste ihrer Verbrechen ist so beeindruckend wie ihre Willensstärke: Die römische Adlige Marozia, geboren 890 n. Chr., wird mehr als 20 Jahre lang Rom und den Vatikan beherrschen. Ihre Machtmittel: Sex, Mord und Intrige. Ein Monster? Vielleicht. Aber auch das Opfer einer grausamen Zeit und einer gewissenlosen Mutter.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Der Prozess wird in der ehrwürdigen Peterskirche zu Rom eröffnet. Der Angeklagte sitzt auf dem Papstthron. Er trägt eine Tiara, sein Körper ist in reich verzierte Gewänder gehüllt. Zwei Bischöfe und Pontifex Stephan VI. (896 – 897) treten als Ankläger auf; weltliche und geistliche Würdenträger sind als Zeugen und Zuschauer geladen. Aus bauchigen Duftschalen steigt würziger Rauch von glimmenden Kräutern zur Decke empor. Doch der entsetzliche Gestank bleibt. Er strömt aus den apostolischen Gewändern: Der Angeklagte ist seit neun Monaten tot.
Vor einigen Tagen hat man den faulenden Leichnam des ehemaligen Papstes Formosus (891 – 896) ausgegraben und für die grausige Gerichtsverhandlung hergerichtet. Sein Nachfolger Stephan VI., einst von Formosus gefördert, hat den Befehl gegeben. Das Urteil steht längst fest. Papst Formosus wird nachträglich des Eidbruchs und der Amtserschleichung schuldig gesprochen. Ein Schauprozess: Mit der barbarischen Vorstellung will sich Papst Stephan VI. unter anderem der Gunst des italienischen Kaisers Lambert empfehlen, dessen Familie mit Formosus im Streit lag.
Unter den Zuschauern fällt ein Kind auf. Es heißt Marozia, hat gerade seinen siebten Geburtstag gefeiert und ist die Tochter von Theophylakt und Theodora, dem ungekrönten Herrscherpaar von Rom. Konzentriert und stumm folgt das kleine Mädchen der schaurigen Verhandlung. Es hört das geheuchelte Plädoyer des geistlichen Pflichtverteidigers und den absurden Urteilsspruch des amtierenden Papstes. Weil Formosus nicht mehr bestraft werden kann, soll seine Leiche geschändet werden: Schergen reißen die Papstgewänder von dem toten Körper und hacken die drei Schwurfinger von der rechten Hand. Dann wird der halb verweste Leib lärmend durch die Straßen geschleift, in ungeweihter Erde verscharrt, wieder ausgegraben und in den Tiber geworfen.
Die kleine Marozia hat während der grausigen Gerichtsverhandlung nicht ein einziges Mal geweint oder entsetzt die Hände vors Gesicht geschlagen. Sie hat genau hingeschaut – als müsse sie sich auf die vielfältigen Herausforderungen ihrer kommenden Jahre vorbereiten. Schon bald wird sie zu einem bildhübschen Mädchen erblüht sein, dessen frühreifer Körper den Papst alle Sakramente und Gott vergessen lässt. In einer Zeit, in der das Abendland in eine tiefe Krise stürzt, wird Marozia zur mächtigsten und gefürchtetsten Frau der Christenheit aufsteigen.
- Ritterorden
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- Kein alltäglicher Job

























