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Energie bis in alle Ewigkeit?

Energie bis in alle Ewigkeit?Energie bis in alle Ewigkeit?

Ein halbes Jahrhundert Fusionsforschung: Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching bei München feierte seinen 50. Geburtstag. Und nicht nur deshalb ließen die Plasmaphysiker die Sektkorken knallen. Das internationale Mega-Projekt zum Bau des Fusionsreaktors „ITER“ ist finanziell erst einmal gerettet.

“ITER“, das ist – metaphorisch gesprochen – die Energiequelle von morgen, hoffen die Max-Planck-Forscher. Statt auf Atomkraft und Solarenergie setzen sie auf Fusionskraftwerke. Diese erzeugen Energie nach einem Prinzip, das der Energieentstehung in der Sonne stark ähnelt: Bei extrem hohen Temperaturen prallen zwei Wasserstoffatome aufeinander und verschmelzen zu Helium – dieser Prozess setzt riesige Mengen an Energie frei.

Auf ersten Blick bietet Fusionsenergie viele Vorteile: Es entstehen keine klimaschädlichen CO2-Emissionen, auch fallen keine langlebigen radioaktiven Abfälle an. Stoffe, die die Verschmelzung ermöglichen, sind überall auf der Welt unbeschränkt verfügbar.

„Eine Badewanne voll Wasser und das Lithium einer verbrauchten Laptop-Batterie könnten eine Familie für fünfzig Jahre mit Strom versorgen“, stellt IPP-Direktor Günther Hasinger in Aussicht.

Bedeutung gewinnt die Kernfusion angesichts der düsteren Prognosen: Weder Kernkraft noch Strom aus erneuerbaren Energien werden den Bedarf an Elektrizität erfüllen können – bis zum Jahr 2100 wird er aber um das Mehrfache steigen.

In Zeiten explosiven Bevölkerungswachstums und sich abzeichnender Engpässe bei der Energieversorgung erscheint die Perspektive unbeschränkter, sauberer Energie durch Kernfusion als Hoffnung – wie auch als nie enden wollender Traum: 50 Jahre Forschung daran, was ist das Ergebnis?

Eine Testanlage, nämlich “ITER“, soll in Südfrankreich ab 2019 die ersten Atomkerne verschmelzen. Das gigantische Forschungsprojekt hat allerdings einen stolzen Preis. Auf 15 Milliarden Euro wird der Bau des Reaktors geschätzt. Woher das Geld fließen soll, war bis vor kurzem hart umstritten. Jetzt haben sich die beteiligten Länder geeinigt. Die EU will 6,6 Milliarden Euro einschießen. Im Jahre 2001 lag der Anteil der Europäer noch bei 2,7 Milliarden Euro.

(Foto: MPG)

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