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Auf den Spuren Noahs
Eine Reise zum biblischen Berg Ararat
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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P.M. HISTORY-Autor Otto Huber machte sich 1974 auf, den Ararat in der Osttürkei zu besteigen. Damals war der 5165 Meter hohe erloschene Vulkan im politisch explosiven Grenzgebiet zu Armenien und dem Iran noch leichter zu erreichen als heute. Lesen Sie seinen Expeditionsbericht ...
Es schneite nasse, schwere Flocken, die der Wind vor sich hertrieb und an die milchig-trüben Seitenfenster klatschte. Der alte Magirus-Bus schlingerte durch die Windungen der Passstraße, holperte ächzend über die wellblechartige Fahrbahn. Am Flughafen der osttürkischen Stadt Erzurum, wo wir mittags losgefahren waren, hatte der Chauffeur auf die Stufen der hinteren Bustüre einen Sack Sägespäne gekippt. Jetzt wusste ich, warum: Ein Passagier nach dem anderen wankte nach hinten und übergab sich auf die Trittbretter.
Gegen Mitternacht erreichten wir die Stadt Agri. Kleine geduckte Holzhäuser säumten die schlammige Straße. Matter Lichtschein drang aus blinden, vorhanglosen Fenstern. Der Bus hielt vor einem vierstöckigen Gebäude, dessen herrschaftliche Fassade aus besseren Tagen stammte. Über dem Eingang leuchtete, aus trüben Neonröhren geformt, das Wort »Oteli«. Ein junger Mann zeigte uns das Zimmer. Der Raum war kahl, die Wände mit grüner Ölfarbe gestrichen, Betonfußboden. Es roch wie auf einem alten Bahnhofspissoir. Wir schliefen trotzdem ausgezeichnet. Am nächsten Tag strahlte die Sonne aus dem hohen Himmel Anatoliens, als ob es das Unwetter des Vortags nie gegeben hätte. Der Schnee hatte die Landschaft verwandelt, ihre Struktur weichgezeichnet. Berge erschienen als ebenmäßige Kegel, Steine als Kugeln, die Hügel wie Daunenkissen. Gegen Nachmittag, als wir die Grenzstadt Dogubeyazit erreichten, sahen wir zum ersten Mal die verschneite Pyramide des Ararat.
Anfang der 1970er-Jahre hatte die türkische Armee das Sperrgebiet am Ararat geöffnet. Mit behördlicher Genehmigung durfte der Berg wieder bestiegen werden.
Es schneite nasse, schwere Flocken, die der Wind vor sich hertrieb und an die milchig-trüben Seitenfenster klatschte. Der alte Magirus-Bus schlingerte durch die Windungen der Passstraße, holperte ächzend über die wellblechartige Fahrbahn. Am Flughafen der osttürkischen Stadt Erzurum, wo wir mittags losgefahren waren, hatte der Chauffeur auf die Stufen der hinteren Bustüre einen Sack Sägespäne gekippt. Jetzt wusste ich, warum: Ein Passagier nach dem anderen wankte nach hinten und übergab sich auf die Trittbretter.
Gegen Mitternacht erreichten wir die Stadt Agri. Kleine geduckte Holzhäuser säumten die schlammige Straße. Matter Lichtschein drang aus blinden, vorhanglosen Fenstern. Der Bus hielt vor einem vierstöckigen Gebäude, dessen herrschaftliche Fassade aus besseren Tagen stammte. Über dem Eingang leuchtete, aus trüben Neonröhren geformt, das Wort »Oteli«. Ein junger Mann zeigte uns das Zimmer. Der Raum war kahl, die Wände mit grüner Ölfarbe gestrichen, Betonfußboden. Es roch wie auf einem alten Bahnhofspissoir. Wir schliefen trotzdem ausgezeichnet. Am nächsten Tag strahlte die Sonne aus dem hohen Himmel Anatoliens, als ob es das Unwetter des Vortags nie gegeben hätte. Der Schnee hatte die Landschaft verwandelt, ihre Struktur weichgezeichnet. Berge erschienen als ebenmäßige Kegel, Steine als Kugeln, die Hügel wie Daunenkissen. Gegen Nachmittag, als wir die Grenzstadt Dogubeyazit erreichten, sahen wir zum ersten Mal die verschneite Pyramide des Ararat.
Anfang der 1970er-Jahre hatte die türkische Armee das Sperrgebiet am Ararat geöffnet. Mit behördlicher Genehmigung durfte der Berg wieder bestiegen werden.
Autor/in: Otto Huber
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