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Beruf »Heiliger Vater«

Ein Traumjob?

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Geliebt und bejubelt werden, immer recht haben, ein winziges Land regieren und Kleidung tragen, die niemand anderem erlaubt ist: Papst zu sein, hat viele schöne Seiten. Der Alltag im Vatikan ist allerdings nicht nur glamourös.



Wenn man Passanten auf der Straße nach Traumberufen fragt, erhält man zur Antwort: Pilot, Astronaut, Schauspieler, Rennfahrer, Vorstandsvorsitzender, Manager, Bundeskanzler. Kein Mensch kommt auf die Idee, »Papst« als Traumberuf zu nennen. Warum eigentlich nicht? Auf den ersten Blick erscheint dieser Job tatsächlich traumhaft. So hat der Papst immer recht, zumindest in Glaubens- und Lehrentscheidungen. Widerspruch ist zwar möglich und wird manchmal auch geäußert, aber er nützt nichts. Davon kann jeder Vorstandsvorsitzende nur träumen.

Vom Ersten Vatikanischen Konzil (1869– 1870) wurde die Unfehlbarkeit des Papstes, die bereits seit dem Hochmittelalter als gegeben anerkannt wurde, als (unfehlbares) Dogma verkündet. Das Dogma (griechisch Meinung, Verfügung, Lehrsatz) spielte in der spätantiken Philosophie eine große Rolle und wurde von der christlichen Kirche übernommen. Es bedeutet eine Überzeugung, die nicht durch einen rationalen Beweis gesichert ist, sondern durch autoritäre Erklärung. Das Konzil legte fest: Die Gewalt des Papstes ist unmittelbar und höchstrichterlich über die Gesamtkirche in Fragen des Glaubens, der Sitten und der Leitung der Kirche. Dabei mache ihn der göttliche Beistand, der ihm durch den heiligen Petrus verheißen ist, unfehlbar.

So verkündete Papst Pius XII. am 1. November 1950: »Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin, als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete, mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde.« Eine Sache des Glaubens – denn wissenschaftlich Verwertbares ist über den Tod Marias nicht bekannt. Wie solche Wunder überhaupt möglich sein sollen, muss bei einem Dogma ja auch nicht erklärt werden. Aber kann man als höchste Instanz mit einer solchen Verantwortung und der Gefahr, sich lächerlich zu machen oder andere vor den Kopf zu stoßen, glücklich leben und ruhig schlafen?
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