Wer ein amerikanisches Publikum für sich gewinnen will, auch als Politiker, muß es vor allem zum Lachen bringen.
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Ludwig II.
Ein Königsdrama
"Götterdämmerung", die Bayerische Landesausstellung auf Schloss Herrenchiemsee, lässt das faszinierende Leben König Ludwigs II. neu aufleben. Ein Königsdrama in fünf Akten.
Keine bessere Kulisse könnte es geben, als die Herreninsel, die wie in einem Bilderbuch aus dem glitzernden Wasser herausragt. Auf dem historischen Schiff "Ludwig Fessler" geht es zur Insel, auf der hinter einem Waldweg das prunkvolle Königsschloss erscheint.
In den Ausstellungsräumen des Schlosses angekommen findet man allerdings anstelle der neobarocken Opulenz der Prunkräume unverputzte Ziegelwände und dicke Holzbalken vor. Die Räume der Ausstellung wurden nie fertig gebaut und waren bisher für die Öffentlichkeit unzugänglich.
125 Jahre nach dem Tod des Märchenkönigs Ludwigs II. begibt man sich in der Ausstellung "Götterdämmerung" auf eine faszinierende Reise durch sein Leben und die mysteriösen Umstände seines Todes. Nie gezeigte Exponate dokumentieren Ludwigs Leben in fünf Akten. Videoaufnahmen, Wandprojektionen und 3-D-Animationen spiegeln die Scheinwelt, die sich Ludwig II. aufgebaut hat, wider. Klischee und Wirklichkeit, das zentrale Thema der Ausstellung, wird von den verschiedensten Blickwinkeln durchleuchtet.
1. Akt: Wie Ludwig II. König wurde
Der 1. Akt widmet sich der Kindheit des Thronfolgers. Er wurde schon mit 18 Jahren - nach dem Tod seines Vaters Maximilian II. 1864 - König. Bilder zeigen wie der heranwachsende Ludwig seine Rolle als künftiger König probt. Babyspielzeug, sein Taufkleid und ein Blatt Papier, auf dem Ludwig II. seine Unterschrift übt, schmücken den ersten Raum. Das goldgerahmte Gemälde von Ferdinand Piloty, das den 20jährigen Ludwig dandyhaft mit Hermelinumhang zeigt, ist ein besonderes Prunkstück.
2. Akt: Wie Ludwig II. Krieg führen musste
Widerwillig musste Ludwig II. seine Soldaten in den Krieg schicken. Gewehre und Kanonen zieren den Raum, dem der 2. Akt gewidmet ist. Das Original des Kaiserbriefes ist ausgestellt, in dem Ludwig II. sich am 30. November 1870 dem preußischen Hohenzollern-Kaiser Wilhelm I. unterwarf. Bayern verlor seine Selbstständigkeit – und Ludwig zog sich in seine Fantasiewelten zurück.
3. Akt: Wie der König seine Gegenwelten schuf
Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee - seine Gegenwelten schuf Ludwig II. in jenen Jahren, in denen er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog. Die nie gebaute Burg Falkenstein, Ludwigs Vorstellung einer idealen Burg, kann der Besucher in einer 3-D-Animation bewundern. Mit Schloss Herrenchiemsee zitierte er aufgrund seiner Verehrung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. das Schloss von Versailles. Auch Ludwigs Bewunderung für Richard Wagner und dessen Musik findet Ausdruck. Ein Kurzfilm von BR-Moderator Christoph Süß zeigt das Verhältnis von Ludwig II. zu Richard Wagner.
4. Akt: Wie Ludwigs Königreich modern wurde
Der 4. Akt ist Bayerns Eintritt ins Industriezeitalter gewidmet. Dank des technikbegeisterten Königs wurde Bayern Vorreiter bei der Nutzung der Wasserkraft zur Stromgewinnung. Eine Ammoniak-Kältemaschine ermöglichte erstmals eine moderne Kühltechnik. Der herausragende und in Szene gesetzte Prachtschlitten Ludwigs II. hatte die ersten batteriebetriebenen elektrischen Lampen, die Vorläufer der Glühbirne.
5. Akt: Wie Ludwig II. starb und zum Mythos wurde
Ludwigs Bild des Märchenkönigs wurde schon bald überschattet von Gerüchten über Schulden und Geisteskrankheit. Die Folge: Er wurde abgesetzt. Im 5. Akt des Dramas steht der rätselhafte Tod Ludwigs II. am 13. Juni 1886.
Ob Freitod, Mord oder Unfall - die Ausstellung lässt das Rätsel um Ludwigs Tod unbeantwortet. Originelle Tatortskizzen zeigen unter anderem Ludwigs Uhr, die zu schlagen aufhörte, als er im Starnberger See ums Leben kam; und den Schirm von Dr. Gudden, der ihn begleitete und dessen Leiche ein paar Meter von Ludwig II. entfernt gefunden wurde. Der Besucher selbst kann mutmaßen wie Ludwig II., der Märchenkönig, wirklich ums Leben kam.
An diesem Tag ging eine Epoche zu Ende, ein Mythos aber entstand. Ludwig II. wurde zum Superstar, dessen Faszination man sich bis heute kaum entziehen kann.
„Götterdämmerung: König Ludwig II.“ noch bis zum 16. Oktober 2011, täglich von 9 bis 18 Uhr.

























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