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Karl der Grosse

Ein Franke wird "Vater Europas"

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Er ist die Lichtgestalt für Deutsche und Franzosen und vereinte mit dem Schwert die Stämme von den Pyrenäen bis zum Harz, von der Nordsee bis zum Tiber. Sein wichtigster Helfer: der Papst.

Weihnachten des Jahres 800 n. Chr.: Papst Leo III., der sich gerade erst von den Vorwürfen des Meineids und sexueller Vergehen befreien konnte, setzt in der Kirche St. Peter in Rom einem erfolgreichen Feldherrn, dem Frankenkönig Karl, eine prunkvolle Kaiserkrone aufs Haupt. Kein Skandal, im Gegenteil. Die anwesenden Römer bekunden sogleich ihr Einverständnis und rufen: »Karl, dem überaus frommen Augustus, dem von Gott gekrönten, großen und friedenstiftenden Kaiser, Leben und Sieg!«

Es ist ein Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Seit Konstantin der Große im Jahr 330 seinen Regierungssitz nach Konstantinopel verlegt hatte, gab es keinen weströmischen Kaiser mehr. So stellte die Krönung Karls eigentlich eine Provokation für Byzanz dar. Auf dem Thron in Konstantinopel saß damals Irene (797–802). Der Thron wurde also »nur« von einer Frau besetzt und war damit »eigentlich« vakant. Mit der Krönung in Rom wurde das mittelalterliche Kaisertum begründet. Es sollte später unter der Bezeichnung »Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation« bis 1806 Bestand haben. Ein enges Band verknüpfte fortan Kirche und Staat.

Die Basis dafür hatte der Merowingerkönig Chlodwig mit seiner Taufe im Jahr 498 gelegt. Doch das Bekenntnis zum Christentum konnte die langhaarigen und bärtigen Merowinger letztlich nicht retten. Im 8. Jahrhundert regierte das Land faktisch ihr Hausmeier (maior domus) Karl Martell (686–741), der Großvater Karls des Großen. Ursprünglich waren dessen Aufgaben die Verwaltung des königlichen Hauses. Doch der König war nur noch eine Marionette in seinen Händen. Karl Martells Sohn Pippin fragte schließlich Papst Zacharias, ob es gut sei, im Frankenreich Könige ohne Macht zu haben. Der Papst gab die gewünschte Antwort und verneinte. So wurde Pippin 751 zum König der Franken von Gottes Gnaden erhoben. Der letzte Merowingerkönig Childerich III. musste ins Kloster gehen. Der Aufstieg der Karolinger hatte begonnen.

Schon früh rivalisierte Karl mit seinem Bruder um die Macht
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Autor/in: Britta Quebbemann


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