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E-Auto

E-Auto verweigert Atomstrom

Wo E-Auto drauf steht, steckt auch Nachhaltigkeit drinnen? Falsch! Bisher können Besitzer die Stromquelle nicht erkennen. Im Harz gibt es jetzt Ladestationen mit einer Eco-Taste. Das Smart-Phone navigiert den Fahrer dorthin.

E-Auto beim Tanken: Das Smart-Phone verrät alle wichtigen Daten. Es lotst E-Fahrer zu Zapfsäulen mit garantiert erneuerbarem Strom
Fraunhofer IFF, Viktoria Kühne

Von außen sieht er aus wie ein ganz gewöhnlicher Audi A2 – feuerrot und windschnittig. Steigt man aber in das Auto, wird klar: kein Schaltgetriebe, keine Kupplung, kein Benzin- oder Dieseltank. Dafür eine große Batterie im Kofferraum. Das E-Auto zieht auf Deutschlands Straßen ein. Allen voran im Harzgebiet.

Mitteldeutschland greift schon heute zur Hälfte auf erneuerbare Energien zurück. Es bietet sich an, auch eine nachhaltige Antriebstechnik in Straßenfahrzeuge zu integrieren. In ländlichen-, urbanen und innerbetrieblichen Testgebieten können Strom-, Forschungs-, Verkehrs- und Telekommunikationsunternehmen  erforschen, wie E-Autos im Alltag funktionieren.

Harzer E-Autos sind nachhaltiger

Das Problem bei umweltfreundlichen Fahrzeugen ist oft, dass sie gar nicht so schonend sind, wie zumeist behauptet wird. Laut einer aktuellen Studie des Öko-Instituts sind  diese Fahrzeuge nur nachhaltig, wenn sie auch Strom tanken, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Komfort für E-Autos: Induktiv, also kontaktlos Strom tanken, das ist bereits möglich
Siemens

Das ist bislang schwierig, da nicht nachvollzogen werden kann, woher der Strom aus der Steckdose eigentlich stammt. Das Harz EE-mobility System hat eine Lösung dafür gefunden. Ein spezielles Programm erkennt, ob erneuerbare Energien getankt werden können.

E-Autos speisen den Strom auch zurück

Zum Test wurden zehn intelligente und öffentlich zugängliche Ladesäulen installiert. Sie können bei Bedarf auch nicht benötigten Strom der Elektroautos in das Netz zurückspeisen. Heimladepunkte ermöglichen das häusliche Aufladen der Elektroautos.

Der Autofahrer ist in ein System mit vielen verschiedenen Komponenten eingebunden. In seinem E-Auto steckt eine Telematik-Box. Sie erhebt Daten zur aktuellen Position, Geschwindigkeit oder dem derzeitigen Ladezustand des Fahrzeugs. Die Communication-Box sucht dann nach der nächsten Ladesäule und plant die dorthin erforderliche Route ähnlich wie ein Navigationssystem.

Wer am E-Auto Freude haben will, entschleunigt

Der E-Fahrer selbst ist nicht unbeteiligt. Über sein Smartphone stellt er eine bestimmte Ladeanforderung an sein Fahrzeug. Zum Beispiel den Befehl „Schnell“ für promtes Laden ohne Rücksicht auf die Energiequelle oder Eco-Laden. Dann werden nur regenerative Energien getankt. Die Route zur nächsten Tankstelle zeigt das Smartphone anschließend auf dem Display an. Der Fahrer braucht sie nur noch zu bestätigen. Bald wird er sogar induktiv, also kontaktlos Strom tanken können.

Die Erfahrungen aus Harz EE Mobility: „Ein E-Auto zu fahren bedeutet Entschleunigung“, so Ulrich Narup, Testfahrer von Harz EE Mobility. Er begleitet das Projekt von Anfang an mit dem zum E-Auto umgebauten Audi A2. Nach wie vor hält die Batterie des Autos nur rund 150 Kilometer durch, dann muss es an die Steckdose – und das für rund acht Stunden. Deshalb empfiehlt sich eine nicht-sportliche Fahrweise. Leistungsstärkere Batterien existieren zwar, sind aber mit hohen Investitionen verbunden. Deshalb ist das Elektroauto vorerst wohl nur als klassischer Zweitwagen attraktiv, meinen die Harzer.


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Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (3 Bewertungen)
Autor/in: Johanna Pfingstl
16.08.2012


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