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Vom Saulus zum Paulus

Dominick Dunne

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Erst sonnte er sich im Glanz der Stars von Hollywood. Dann versank er im Dunkel der Drogen. Erst die ungesühnte Ermordung seiner Tochter brachte ihn zur Besinnung. Dominick Dunne setzte sich an die Schreibmaschine und entlarvte eine Justiz, die die Schönen und Reichen davonkommen lässt.

Seine Seele hatte viele schwarze Stellen. Launisch und sehr zickig konnte er werden, wenn er sich von Freunden falsch verstanden fühlte, oder in einem Restaurant nicht den besten Tisch, am Flugschalter kein Upgrade, im Hotel nicht die Suite bekam. Gerade weil er den Abgrund so gut kannte, war ihm der Höhenflug so wichtig. Er habe Arschlöcher deshalb so gut beschreiben können, hat er oft gesagt, weil er selbst mal eins gewesen sei.

„Als Vater war er voller Fehler, das hab ich schon als Kind gemerkt,“ sagt sein Sohn Griffin, „im Grunde steckte er in der Pubertät, bis er fünfzig war.“

Dominick Dunne, der am 26. August 2009 im Alter von 83 Jahren an Krebs starb, wusste selbst am besten, dass er den größten Teil seines Lebens als größenwahnsinniger Versager verbracht hat. Und erst im Schlusskapitel zu der Würde und Wahrhaftigkeit fand, die ihn jenseits von fünfzig zu einem der beliebtesten und berühmtesten Journalisten und Schriftsteller Amerikas machte. „Ich bin sehr dankbar, dass ich nach meinem grandiosen Scheitern dieses Comeback erleben durfte,“ sagte er in jedem Interview, „endlich weiß ich, wohin ich gehöre.“
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Autor/in: Evelyn Holst


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