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Babys

Dolmetscher für Säuglings-Gebrüll

Wenn das Baby weint und schreit, kann es viel damit ausdrücken: Müdigkeit, Hunger, volle Windeln, Schmerz oder Einsamkeit. Viele Eltern fühlen sich von dem Geschrei überfordert, weil sie nicht wissen, was ihr Säugling hat. Kein Ratgeberbuch hilft so richtig weiter. Jetzt könnte ein neuartiges Gerät Abhilfe schaffen.

Was Babies brabbeln, verstehen höchstens ihre Eltern. Ein neues Babyphon soll ihre Ausdrücke übersetzen können.Was Babies brabbeln, verstehen höchstens ihre Eltern. Ein neues Babyphon soll ihre Ausdrücke übersetzen können.
Was Babies brabbeln, verstehen höchstens ihre Eltern. Ein neues Babyphon soll ihre Ausdrücke übersetzen können.
Lisa Schwarz/pixelio.de

Japanische Computerwissenschaftler vom Muroran Institut für Technologie in Hokkaido entwickelten ein Babyphon mit Übersetzungsfunktion. Das altbekannte Problem ist: Säuglinge können noch nicht sprechen oder ihre Gestik für Mitteilungen einsetzen. Sie sind allein auf den Klang ihrer Stimme angewiesen, um sich bemerkbar zu machen.

Weint das Baby, dann überträgt das intelligente Phon neben den Geräuschen zugleich auch die Übersetzung davon. Babyphone wurden einst für die akustische Überwachung kleiner Kinder erfunden. Ein Sensor nimmt die Geräusche im Kinderzimmer auf und leitet sie an die Eltern weiter. Die Japaner bauten in ein herkömmliches Gerät eine Vorrichtung ein, die die Geräusche des Säuglings analysiert und die Emotionen dahinter entziffert.

Als Grundlage diente den Entwicklern die in den 1970er Jahren entwickelte “Kansai-Technik”. Diese bezieht Gefühle und Eindrücke in die Entwicklung von Produktdesign mit ein. “Das Hauptproblem eines solchen Detektors war stets, dass Babys nicht verbal bestätigen können, warum sie heulen”, erklärt Studienleiter Tomomasa Nagashima. Aus diesem Grund waren bisher alle Versuche gescheitert, das Babyschreien nach einem Muster zu bewerten.

Hohes Schreien bedeutet neue Zähnchen

Die Forscher analysierten nun die Schreigeräusche und die Kraftanstrengung im Tonspektrum der Babys, um die Schreie unterschiedlicher Höhe und Frequenz einzuordnen. Mithilfe der Eltern stimmten sie diese Aufnahmen auf Inhalte ab. Im Anschluss daran ordneten die Forscher die Audiospektren bestimmten emotionalen Kategorien zu, etwa: Ein besonders hohes Kreischen lässt auf akute Schmerzen, zum Beispiel beim Durchbruch der Zähne schließen.

Die Software ist jetzt in der Lage, die Art von Babyschreie zu identifizieren, die Schmerzen anzeigen. Das ist schon einmal ein Fortschritt und hilfreich für die Eltern. Ob der Säugling Hunger oder Durst hat, kann das übersetzende Babyphon noch nicht eindeutig erkennen. Aber die Computerwissenschaftler arbeiten daran.

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08.07.2010



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