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Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

Die Sehnsucht nach dem Ende

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Der spätere Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll war als Gefreiter in Frankreich stationiert – für ihn die frustrierendste Zeit seines Lebens.




Frankreich, den 29. Oktober 1943: »Nachdem wir gestern Abend verladen waren, haben wir gerade eine halbe Stunde der Reise nach Russland hinter uns, als ein ganz schreckliches Attentat auf unseren Zug verübt wurde; wie durch ein Wunder – ein Wunder allein – bin ich zwischen drei völlig zerquetschten Waggons, zwischen Toten und Verwundeten herausgezogen worden, nur eine kleine Prellung an der Schulter und an der Hand eine Schramme, das ist alles.« Als Heinrich Böll diese Zeilen an seine Frau Annemarie schrieb, war der 26-Jährige bereits seit vier Jahren Soldat. Der Zug, der ihn aus Frankreich an die Ostfront bringen sollte, war von einer Gruppe französischer Partisanen in die Luft gesprengt worden. Mehrere Jahre »im Westen« lagen hinter dem Obergefreiten Böll. Wie hat er, der fast täglich Briefe an seine Frau und seine Familie schrieb, sie erlebt?

Heinrich Böll, den die Wehrmacht schon am 30. August 1939 eingezogen hatte, ist von Anfang an nicht begeistert vom Krieg. An seine katholisch geprägte Familie in Köln, die nichts von Hitler hält, schreibt er einen Tag später: »Hoffentlich können wir den Krieg endgültig abblasen und bis auf weiteres wieder friedliche Zivilisten werden.« Nach der militärischen Ausbildung in Deutschland kommt Böll kurz in das besetzte Polen. Als er Ende Juli 1940 die Nachricht erhält, dass er mit einem Bataillon nach Westen versetzt wird, freut er sich: »Man munkelt von Besatzung in Frankreich. Das wäre natürlich fein.« Auf der Fahrt dorthin sieht er das zerstörte Rotterdam. »Der Krieg ist das verkörperte Entsetzen« für ihn.

Am 10. Mai 1940 hatte die deutsche Wehrmacht Frankreich angegriffen und das Land in nur gut sechs Wochen erobert. Schon am 22. Juni wurde die französische Regierung zu einem Waffenstillstand gezwungen. Große Teile Frankreichs sind nun besetzt.
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Autor/in: Britta Quebbemann


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