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Meryl Streep

Die schöne Puritanerin

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Ihr Leben ist eine einzige Erfolgsstory, ihre Schönheit zeitlos, ihr Charakter ohne Makel. Herrgott, hat diese perfekte Frau nicht vielleicht doch mal einen schlechten Tag? Sie hat!

Selber schuld! Die Kostümproben zu „Der Teufel trägt Prada“ (2006) empfindet Meryl Streep im Rückblick als das nervigste, was ihr in der ganzen Karriere widerfahren ist. 66 Stunden muss sie antreten, sich von Stylisten für die Rolle der knallharten Mode-Chefredakteurin Miranda Priestly von Kopf bis Fuß einkleiden lassen – bis alles passt, vom Ohrring bis zum Schuh. Dabei hat die Schauspielerin die modische Pingeligkeit zur Bedingung gemacht, als sie die Rolle annahm. Sie, die zu Hause am liebsten in Boxershorts rumläuft, wünschte für diesen Film nur die teuersten Outfits, wollte so aussehen, wie die Mode-Ikonen von Manhattan und Paris.

Die teuren Klamotten erzeugen Neid auf dem Set. Assistentinnen, Script Girls, Visagistinnen und Make-up Artistinnen fragen sich, ob Frau Streep die Kaschmirpullis, Designerkostüme und Prada Schuhe nach Abschluss der Dreharbeiten behalten darf. Sie darf, das ist Tradition in Hollywood. Doch dann organisiert die charakterstarke Schöne eine Versteigerung, verkauft das komplette Outfit und spendet das Geld für bedürftige Frauen.

So ist sie eben, diese Meryl Streep. Immer gewesen. Einfach vorbildlich. Sie ernährt sich Bio, engagiert sich in der AIDS-Hilfe, im Tierschutz, für die Entwicklung von Verhütungsmitteln für Männer, für die „Aktion Saubere Leinwand“, gegen Armut und gegen superdünne Models. Nie hat sie ihre Kinder, so wie heute in Hollywood üblich, als lebende Requisiten für schönere Fotos missbraucht, und in den Drehpausen brütet sie nicht, wie andere Stars, vor dem Schminkspiegel, sondern über ihren Texten. Die Liste der Vorzeigequalitäten der Mary Louise Streep, genannt Meryl, könnte man um ein gutes Dutzend Zeilen fortsetzen. Aber lassen wir es erst einmal gut sein, versuchen wir stattdessen zu ergründen, wie die Seele dieser Frau tickt, welche Geheimnisse sich darin verbergen. Und ob die Perfekte nicht doch auch mal eine Zicke sein kann.
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.4 (5 Bewertungen)


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