Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Pyramiden
Die Pyramiden und ihre Besucher
Seit über vier Jahrtausenden sieht jede Generation Pyramiden, die Grabmäler der Pharaonen, mit anderen Augen. Ihrer Faszination aber kann sich keiner entziehen.
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Wir sind auf dem Weg zu einer der berühmtesten Stätten der Welt: den Pyramiden von Gizeh. In riskantem Tempo schleust uns Mohammed, unser Taxifahrer, durch die ägyptische Millionenmetropole Kairo gen Süden. Achtspurige Straßen, deren Markierungen keine Bedeutung zu haben scheinen, führen durch die gewaltige Stadt – vorbei an dicht aneinandergereihten, tristen Hochhäusern. Endlich gelangen wir auf die »Pyramid Road«. Doch von Pyramiden keine Spur. Die moderne Massenwohnsiedlung des Stadtviertels Gizeh versperrt die Sicht. Gerade wollen wir Mohammed fragen, ob er sich vielleicht verfahren hat, da erscheint in gigantischem Ausmaß ein steinernes Dreieck hinter der Hochhäuserkulisse: die Pyramide von Pharao Cheops (um 2620– 2580 v. Chr.).
Der Eindruck ist beachtlich. Vor uns steht, neben den nicht minder beeindruckenden Pyramiden seiner Nachfolger Chephren (um 2570–2530 v. Chr.) und Mykerinos (um 2530– 2510 v. Chr.), das einzige noch erhaltene antike Weltwunder: circa 138 Meter hoch, 230 Meter lang und 4500 Jahre alt. Ein technischer Geniestreich aus 2,5 Millionen aufeinandergeschichteten Kalksteinblöcken, von denen jeder einzelne im Durchschnitt 2,5 Tonnen auf die Waage bringt. Und noch immer, trotz Jahrtausende währenden Steinraubs, trotz fehlender Spitze und obwohl das Monument nicht mehr wie ursprünglich einsam über die Wüste strahlt – trotzdem verschlägt es einem beim Anblick dieses Steinkolosses den Atem.
Doch die Stimmung schlägt um, als wir das Plateau erreichen: Lärmend überfallen uns Souvenirhändler, Kameltreiber und Pferdevermieter mit ihren Angeboten, während ägyptische Schulkinder ihre Englischkenntnisse an den Mann bringen, und zwar alle gleichzeitig. Erschreckt suchen wir Zuflucht im Innern der Pyramide, doch dort ist es noch schlimmer: Mindestens 50 Menschen drängen sich schwitzend und schwatzend durch den niedrigen Gang hinauf in die Grabkammer. Das kann sich der alte Cheops so nicht gedacht haben, schießt es einem durch den Kopf. Und gleich darauf wird man von entgegenkommenden Besuchern unsanft gegen den hölzernen Handlauf gedrückt, der den Aufstieg zur Grabkammer erleichtern soll.
Als um 2600 v. Chr. die Bauleute des Pharaos an diesem Ort den ersten Stein verlegten, war die Gegend noch unbewohnt. 45 Kilometer südlich der Baustelle standen einsam die Pyramiden der Vorväter in den Wüsten von Saqqara und Dahschur. Hier gab es nichts, außer einem gigantischen, natürlich gewachsenen Felsplateau, das sich majestätisch aus dem Wüstensand erhob. Ein stiller, erhabener Ort. Wie geschaffen für ein Monument, das eindrucksvoller werden sollte als alle Bauwerke vor und nach ihm: ein über mehrere Kilometer weit sichtbares Symbol der königlichen Macht, das selbst dem Tod noch zu trotzen schien.
Zumindest was den Eindruck betrifft, ging die Rechnung auf. Mit einst 146 Meter Höhe und gesteigert durch den natürlichen Anstieg des Felsplateaus, überragt die Cheopspyramide alle jemals entstandenen Bauten der Pharaonenzeit. Sie ist zugleich das höchste erhaltene Monument des Altertums. Selbst der Sohn und Nachfolger des Cheops, Chephren, respektierte den väterlichen Anspruch auf Einmaligkeit – und ließ seine benachbarte Pyramide drei Meter kleiner bauen.
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