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Mittelalter

Die Nazis als Ritter-Fans?

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Die Zeit der Kaiser, Könige und Herzöge schlachteten die NS-Ideologen für ihre Propaganda aus. Aber die Nazi-Größen waren sich nicht immer einig, wer gerade verehrt werden sollte.

Die Stämme Germaniens – in keiner Weise durch eheliche Verbindungen mit anderen Völkern verfälscht – sind ein eigenwüchsiges, unvermischtes Volk«, heißt es im vierten Kapitel der »Germania« des römischen Historikers Publius Cornelius Tacitus aus dem Jahre 98 n. Chr.

Das war Musik in den Ohren des Reichsführers SS Heinrich Himmler, der die »Schutzstaffeln« als »rassenreinen germanischen Orden« führte und das »Ahnenerbe« zur Erforschung der germanischen Vergangenheit einsetzte. Die Germania war für ihn – aber auch den NS-Chefideologen Alfred Rosenberg – die »Geburtsurkunde des germanischen Reichs«. Selbst die weniger schmeichelhaften Passagen des Textes über die Germanen als Primitivlinge »mit hünenhaften Leibern, die nur zum Angriff« taugen, bewertete er positiv. Und Himmler bemühte sich jahrelang, eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Kopie der Germania (Fachleute nennen die Handschrift »Codex Aesinus lat. 8«) aus Italien nach Deutschland zu holen.

»Germanen und ihr Führer Adolf Hitler, Germanentum, Gaue und Gauleiter, Stammesführer und Ostmark« – mit dieser Wortwahl drückten die Nationalsozialisten ihre Bewunderung für Deutschlands germanische Vergangenheit aus. An sie galt es anzuschließen. Mit dem NS-Regime begründete man das »Dritte Reich«. Nach dem von dem konservativen Publizisten Arthur Moeller van den Bruck (1876–1925) geprägten Begriff gab es drei deutsche Reiche. Auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation folgte das durch Bismarck 1871 geschaffene Kaiserreich. Die verhasste Epoche der Weimarer Republik überging man. Das Dritte, in Gaue gegliederte, »tausendjährige« Reich Adolf Hitlers sollte Deutschlands Anspruch auf die Weltherrschaft vollenden.

Hitler nennt in seinem 1923/24 entstandenen Buch »Mein Kampf« nur drei wesentliche Ereignisse, die aus dem »Blutmeer« der deutschen Geschichte herausragen: Die Eroberung der Ostmark (beginnend um 795, in etwa das heutige Österreich; d. Red.), die Eroberung der slawischen Gebiete östlich der Elbe und das Kaiserreich Bismarcks. Ausführlich beschrieb er die Folgen einer schlechten »Germanisation«. Seiner Meinung nach könne diese »nur am Boden vorgenommen« werden. Es sei falsch, die slawische Bevölkerung nicht zu entfernen. Das könne nur den »Beginn einer Bastardisierung und die Vernichtung germanischen Elements« bedeuten.
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Autor/in: Anna Maria Sigmund


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