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Rituale
Die Magie der Rituale
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Die Zeremonien der Indianer Nordamerikas: Einst waren sie streng geheim, dann verkamen sie zur Touristen-Attraktion. Heute besinnen sich viele Ureinwohner wieder auf ihre Tradition – und versuchen, zumindest einige der alten Rituale vor Außenstehenden zu verbergen
Er hatte gegen die Cheyenne gekämpft und gegen die Apachen. Freunden wie Feinden galt er als furchtlos und mutig. Doch im August 1881 kauerte Captain John Gregory Bourke wie gelähmt vor Angst in einer dunklen Kammer – umgeben von Indianern und von tödlichen Klapperschlangen. Freiwillig war er in den unterirdischen Kultraum hinabgestiegen. Als erster Weißer und gegen den Widerstand von indianischen Priestern hatte er sich Zutritt verschafft zu einem der geheimsten Rituale der Hopi im Nordosten Arizonas: zur Schlangenzeremonie. »Dass ich keinen Schaden erleiden würde, solange ich mich so völlig ruhig verhielt wie diese Indianer, an diesem Glauben hielt ich mich fest«, schrieb Bourke später in sein Tagebuch. »Doch mein Glaube war gerade stark genug, mich davon abzuhalten, in Panik die Leiter wieder hinaufzuklettern.«
Tage zuvor hatten Mitglieder des Schlangenbundes die gefährlichen Reptilien in der Wüste gefangen. Jetzt, während der Zeremonie, wurden sie gewaschen und dabei in geweihtes Wasser getaucht. Schließlich warf man sie auf ein Sandgemälde mit schlangenförmigen Blitzen. Am neunten Tag gipfelte das bis dahin geheime Ritual in einer öffentlichen Aufführung: Die Schlangenpriester entstiegen dem unterirdischen Raum und vollführten im hellen Licht des Tages vor den Einwohnern des Hopi-Dorfes Walpi und ihren Gästen einen atemberaubenden Tanz mit den Klapperschlangen.
»Die Prozession kam näher, und wir sahen, dass die Tänzer die schleimigen, zuckenden Schlangen zwischen ihren Zähnen trugen«, beschrieb Bourke mit wohligem Schaudern seine Eindrücke. Halb nackt waren sie, nur mit Wildleder-Mokassins und schlangenverzierten Röcken bekleidet. Ihre Gesichter hatten sie mit Kohle verschmiert, in den Haaren trugen sie Papageien- oder Spechtfedern. So stampften die Tänzer zwischen den Lehmziegel-Häusern hindurch, um schließlich die mit heiligem Maismehl bestäubten Klapperschlangen außerhalb des Dorfes freizulassen.
Er hatte gegen die Cheyenne gekämpft und gegen die Apachen. Freunden wie Feinden galt er als furchtlos und mutig. Doch im August 1881 kauerte Captain John Gregory Bourke wie gelähmt vor Angst in einer dunklen Kammer – umgeben von Indianern und von tödlichen Klapperschlangen. Freiwillig war er in den unterirdischen Kultraum hinabgestiegen. Als erster Weißer und gegen den Widerstand von indianischen Priestern hatte er sich Zutritt verschafft zu einem der geheimsten Rituale der Hopi im Nordosten Arizonas: zur Schlangenzeremonie. »Dass ich keinen Schaden erleiden würde, solange ich mich so völlig ruhig verhielt wie diese Indianer, an diesem Glauben hielt ich mich fest«, schrieb Bourke später in sein Tagebuch. »Doch mein Glaube war gerade stark genug, mich davon abzuhalten, in Panik die Leiter wieder hinaufzuklettern.«
Tage zuvor hatten Mitglieder des Schlangenbundes die gefährlichen Reptilien in der Wüste gefangen. Jetzt, während der Zeremonie, wurden sie gewaschen und dabei in geweihtes Wasser getaucht. Schließlich warf man sie auf ein Sandgemälde mit schlangenförmigen Blitzen. Am neunten Tag gipfelte das bis dahin geheime Ritual in einer öffentlichen Aufführung: Die Schlangenpriester entstiegen dem unterirdischen Raum und vollführten im hellen Licht des Tages vor den Einwohnern des Hopi-Dorfes Walpi und ihren Gästen einen atemberaubenden Tanz mit den Klapperschlangen.
»Die Prozession kam näher, und wir sahen, dass die Tänzer die schleimigen, zuckenden Schlangen zwischen ihren Zähnen trugen«, beschrieb Bourke mit wohligem Schaudern seine Eindrücke. Halb nackt waren sie, nur mit Wildleder-Mokassins und schlangenverzierten Röcken bekleidet. Ihre Gesichter hatten sie mit Kohle verschmiert, in den Haaren trugen sie Papageien- oder Spechtfedern. So stampften die Tänzer zwischen den Lehmziegel-Häusern hindurch, um schließlich die mit heiligem Maismehl bestäubten Klapperschlangen außerhalb des Dorfes freizulassen.
Autor/in: Wolf Gebhardt
Mehr zum Thema:
- Kolonialismus
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- Psychologie & Gesundheit
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