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Amor und Psyche

Die Lust, der Gott und das Mädchen

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Als sich Gott Amor in das sterbliche Mädchen Psyche verliebt, ist Venus, seine Mutter, außer sich vor Missgunst. Um das gemeinsame Glück zu erringen, muss das Paar so manche Prüfung bestehen.

Opfer wurden gebracht und Girlanden geflochten. Bür-ger der Stadt und Fremde bestaunten ein Mädchen, für dessen Schönheit sie keine Worte fanden. Es handelte sich um die Tochter eines Königs – doch war sie wirklich ein Mensch? Für die Pilger sah es so aus, als sei Venus selbst aus den Fluten des Meeres gestiegen.

Niemand segelte mehr nach Paphos oder Kythera, den Kultstätten der echten Venus. Ihre Tempel verfielen. Das versetzte die Göttin der Liebe in rasenden Zorn: »Ist es zu glauben, ich, die Urmutter der Natur, der Ur-Ursprung der Elemente, ich, Venus, Ernährerin des ganzen Erdkreises, muss mit einem sterblichen Mädchen Ansehen und Ehre teilen, und mein Name, der im Himmel beheimatet ist, wird durch irdischen Schmutz entweiht!« Sie sann auf Rache und rief ihren Sohn Amor herbei, den geflügelten Spitzbuben. Er sollte dafür sorgen, dass Psyche, so hieß das Mädchen, sich in feurigster Liebe zum erbärmlichsten Menschen verzehre. Venus gab ihrem Sohn einige »innig lechzende Küsse« und verschwand im Meer.

So beginnt die Geschichte »Amor und Psyche«, die der Schriftsteller Lucius Apuleius (um 125–180 n. Chr.) in seinen Roman »Der goldene Esel« eingefügt hat. Damit sind die drei Hauptfiguren vorgestellt: Venus, die eifersüchtige Göttin, Amor, ihr Sohn, der durch Pfeilschüsse bei Göttern und Menschen Liebe erweckt und sie oft genug damit quält, und Psyche, das Mädchen, das, nur weil es ungewöhnlich schön ist, Opfer einer Göttin wird.
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Autor/in: Britta Quebbemann


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