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Mythos Masada

Die letzten Tage des Widerstands

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Viele Legenden ranken sich um den Widerstand jüdischer Gotteskrieger, die sich auf einer Felsenburg in der Wüste verschanzten – und drei Jahre lang den römischen Belagerern standhielten. Aber wie muss man sich das (Über-)Leben damals in Masada wirklich vorstellen? Welche Kriegstechnik setzten die Römer ein? Und waren die Widerstandskämpfer tatsächlich Helden in unserem modernen Sinn?

Masada – das Wort bedeutet auf Hebräisch »Festung« – ist der Schauplatz eines gescheiterten Freiheitskriegs. Nur die Bewohner dieser Burg, auf einer rautenförmigen Fläche von 600 mal 300 Metern über der Wüste von Judäa und nahe dem Toten Meer gelegen, leisten noch Widerstand gegen die Großmacht Rom. Denn das 50 Kilometer entfernte Jerusalem ist zerstört. Seit drei Jahren halten sich 960 Männer, Frauen und Kinder in Masada auf, wo einst König Herodes prunkvolle Paläste, großzügige Lagerräume, Thermen, sogar ein Schwimmbad errichten und mit einer hohen Schutzmauer sichern ließ. Bisweilen verlassen die »Zeloten«, das heißt »Eiferer«, das Versteck, um den Feind mit Angriffen aus dem Hinterhalt zu überraschen. Wir schreiben das Jahr 72 n. Chr.

Masada gilt als eine uneinnehmbare Festung, denn es gibt nur drei beschwerliche Wege entlang der bis zu 400 Meter hohen Felswände, die zu den Toren der Anlage führen. Eine Erstürmung des Berges scheint unmöglich. Doch Flavius Silva, der Statthalter Syriens (Judäa gehört zur römischen Provinz Syria) lässt den Berg belagern. Die 10. Legion hat mit Hilfssoldaten und einer großen Anzahl Kriegsgefangener acht Feldlager errichtet. Eine Belagerungsmauer mit zwölf Türmen umfasst den Berg, um Fluchtversuche schon im Keim zu ersticken. Dennoch wiegen sich die Rebellen in Sicherheit. Dank eines von den Ingenieuren des Herodes raffiniert angelegten Bewässerungssystems gibt es in der Festung Wasser in Hülle und Fülle. Auch an Lebensmitteln fehlt es nicht.

Die Römer bleiben jedoch hartnäckig. Eines Tages beobachten die Belagerten, wie Tausende Kriegsgefangene kübelweise Erde vor der westlichen Felswand aufschütten, als wolle man einen neuen Berg oder eine Rampe neben der Festung hochziehen. Die Eingeschlossenen lachen zunächst über diese scheinbar sinnlose Arbeit.
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Autor/in: P.J. Blumenthal


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