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Lotto

Die Jagd nach dem Lotto-Code

In Amerika sorgen sensationelle Gewinnserien von Lottospielern für Aufsehen. Alles nur Zufall, oder steckt ein ausgeklügeltes System dahinter? Ist das Glück vielleicht doch berechenbar? Ein Report über Jackpot-Jäger im Zahlenrausch.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Millionen Deutsche spielen Lotto und träumen vom Reichtum. Doch pro Jahr macht das Spiel nur knapp hundert von ihnen zu MillionärenMillionen Deutsche spielen Lotto und träumen vom Reichtum. Doch pro Jahr macht das Spiel nur knapp hundert von ihnen zu Millionären
Millionen Deutsche spielen Lotto und träumen vom Reichtum. Doch pro Jahr macht das Spiel nur knapp hundert von ihnen zu Millionären
iStockphoto

Jeder Mensch träumt davon: einmal im Leben den Lotto-Jackpot abräumen und für alle Zeiten ausgesorgt haben. 26,5 Millionen Deutsche jagen Woche für Woche diesem Traum hinterher und spielen Lotto. Aber nur etwa 100 Spieler werden jährlich wirklich Millionär. Haben die Gewinner nur zufällig Glück gehabt oder kann man Glück errechnen? Wie es scheint, ja. In Nordamerika fanden gleich drei Glücksritter den Gewinncode und lösten eine Jagd auf ihn aus. Als einer der drei Codeknacker gilt die Texanerin Joan R. Ginther. Die 63-Jährige aus der 3000-Einwohner-Stadt Bishop gewann insgesamt über 21 Millionen US-Dollar in der Lotterie. 1993 war ihr das Glück zum ersten Mal hold. Sie kaufte einen Tippschein der texanischen Lotteriegesellschaft, der ein Volltreffer war: Aus dem Jackpot in Höhe von elf Millionen Dollar gingen 5,4 Millionen an sie. Um nicht durch plötzlichen Reichtum aufzufallen, ließ sich die medienscheue Frau den Gewinn in 19 Jahresraten zu je 270 000 Dollar auf ihr Konto auszahlen. 2006 schlug Joan R. Ginther erneut zu - diesmal bei der Sofortlotterie. Sie kaufte für 30 Dollar ein Rubbellos der Sorte »Holiday Millionaire« und räumte den Hauptgewinn von zwei Millionen Dollar ab.

 

Im Jahre 2008 kaufte sie im Times Market ihrer Heimatstadt ein Rubbellos der Marke »Millions and Millions« und gewann drei Millionen Dollar. Ihr vierter Streich: 2010 erstand sie wieder im Times Market ein 50-Dollar-Sonderlos und gewann zehn Millionen Dollar. Wie sensationell die Gewinnserie der Texanerin wirklich ist, haben Sandy Norman und Eduardo Duenez von der University of Texas in San Antonio errechnet: Danach liegt die Chance, in einem Leben viermal so abzuräumen, bei 1:18 Quadrillionen, was hintereinander geschrieben eine 18 mit 24 Nullen ist. Hat Joan R. Ginther also den Glückscode geknackt? »Alles nur Zufall«, findet Ehrhard Behrends vom Fachbereich Mathematik und Informatik an der Freien Universität Berlin. Wer ist diese Frau, die in kurzer Zeit so viel Geld gewinnt? Was ist ihr Geheimnis? Man weiß nur wenig über sie. Kaum einer kennt sie. Sie gilt als Phantom. Von der texanischen Lotteriegesellschaft ist zu erfahren, dass die Gewinnerin um äußerste Diskretion gebeten hat. Sie selbst kommentierte ihre Treffer niemals öffentlich. Losverkäuferin Sun Bae, die ihr zwei der Glückslose verkauft hat, verrät, dass Ginther einen schlichten Nissan Sedan fahre und nicht einmal ein Mobiltelefon besitze. »Sie ist eine sehr großzügige Frau. Es heißt, sie hat viel von ihrem Gewinn armen Menschen geschenkt«, weiß die Losverkäuferin.

 

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Autor/in: Philipp Saller


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