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Die hellseherische Kreuzung

Die hellseherische KreuzungDie hellseherische Kreuzung

Die Missachtung der Vorfahrt kann zu Verkehrsunfällen führen. Laut Statistischem Bundesamt kommen auf Deutschlands Straßen jeden Tag durchschnittlich elf Menschen ums Leben. Deshalb arbeitet derzeit ein Team aus 51 europäischen Partnern an dem Projekt „Safespot“ für mehr Sicherheit an den Kreuzungen. Ziele sind vor allem: die Absicherung von Krankenwagen und Feuerwehren, Erteilung von Geschwindigkeitsempfehlungen und Warnung vor Falschfahrern, Hindernissen, schlechter Sicht oder gefährlichen Kurven.

Die Technische Universität München leistet auch einen Beitrag dazu. Das Team des Lehrstuhls Verkehrstechnik befasst sich mit der „intelligenten Kreuzung“ namens IRIS (Intelligent Cooperative Intersection Safety). Der Projektleiter Tobias Schendzielorz erklärt, wie es funktioniert: „Unser Laserscanner nutzt GPS und Fahrzeugsensorik, um die genaue Position von Autos, Radfahrern und Fußgängern zu erfassen. IRIS berechnet voraus, wie sich alle Verkehrsteilnehmer weiterbewegen und leitet daraus potenziell gefährliche Situationen ab.“ Das System warnt die Autofahrer rechtzeitig mit optischen oder akustischen Signalen.
IRIS ist somit eine Art hellseherischer Schutzengel.

„Es bezieht dabei die Reaktionszeiten der Menschen und das Beschleunigungs- und Bremsverhalten der Fahrzeuge ein“, sagt Schendzielorz. Ein Feldversuch in Dortmund zeigte, dass IRIS auch in der Praxis funktioniert. Ein Radfahrer stellte sich als „Versuchskaninchen“ zur Verfügung und kam ohne Kratzer davon. Alle gefährlichen Abbiegemanöver wurden vom System erkannt und an die Autofahrer mitgeteilt. Sie konnten rechtzeitig reagieren. IRIS greift nur durch Warnsignale ein, die Entscheidung zu handeln liegt bei den Autofahrern selbst (Bild: Wikimedia Commons).

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