Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, daß du in der Demokratie wählen darfst, bevor du den Befehlen gehorchst.
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Verschwörungstheorien
Die Hartnäckigkeit des Bösen
Verschwörungstheorien sind faszinierend, weil sie sich nicht widerlegen lassen. Aber warum brauchen wir sie überhaupt?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Ein Mann rast wie ein Wilder durch die Innenstadt von Paris. Übernächtigt, mit Psychopharmaka und 1,75 Promille Alkohol im Blut. Er schießt mit seiner Limousine in einen Tunnel, verliert die Kontrolle über das Fahrzeug und verunglückt tödlich. Mit ihm sterben zwei Insassen auf dem Rücksitz, der Beifahrer überlebt mit schweren Verletzungen.
Eigentlich wäre dies schon die ganze Geschichte. Doch seit über zehn Jahren rankt sich um diesen Unfall ein undurchdringliches Gestrüpp aus Verschwörungstheorien. Denn auf dem Rücksitz des Wagens saß Prinzessin Diana, Königin der Herzen und Darling der Sensationspresse. An ihrer Seite starb ihr Liebhaber Dodi Al-Fayed, Sohn eines schwerreichen Geschäftsmanns arabischer Herkunft.
Der Hochadel und das Großkapital, eine bezaubernde, junge Prinzessin, die von ihrem Ehemann und seiner Langzeitgeliebten vor aller Welt gedemütigt wird, eine notorisch versnobte Königsfamilie und ein Liebhaber mit Migrationshintergrund – das ist Stoff genug, um daraus eine schillernde, große Verschwörungstheorie zu schneidern.
Es war ein Mordkomplott, behauptet der Vater des getöteten Liebhabers. Wer dahintersteckt, glaubt er auch zu wissen: der britische Geheimdienst MI6, beauftragt von Dianas Ex-Schwiegervater Prinz Philip. Und zwar aus rassistischen Motiven. Die Vorstellung, dass seine Enkel, William und Harry, eventuell halbarabische, muslimische Geschwister bekommen könnten, sei dem Duke zutiefst zuwider gewesen. Und, so munkelt man: Diana soll schwanger gewesen sein und habe obendrein zum Islam konvertieren wollen.
Dass diese Verschwörungstheorie durch nichts zu beweisen ist, dass Dianas Schwangerschaft medizinisch längst widerlegt und die Trunkenheit des Fahrers eindeutig erwiesen ist, tut ihrer Popularität keinen Abbruch. Bis heute vergeht kaum eine Woche, in der nicht in irgendeinem bunten Blatt ein neues Detail, ein Indiz oder ein Gerücht zum »Fall Diana« erscheinen.
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