Es ist albern, Menschen in gut oder schlecht zu gruppieren. Menschen sind entweder charmant oder langweilig.
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Eine Löwenmähne – dank Zweitfrisur
Die haarige Geschichte der Perücke
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Auf die beeindruckende Wirkung falscher Haare setzten schon die Pharaonen. Unter dem französischen König Ludwig XIV. etablierten sie sich sogar als Symbol absolutistischer Herrschaft ...
Perücken werden nie wieder sein, was sie einmal waren«, verkündet das »New York Times Style Magazine« Anfang Januar 2010. Mit seiner aktuellen Perückenkollektion hat Charlie Le Mindu es geschafft, selbst abgebrühte Kenner der Laufstege aus der Reserve zu locken. Auf den Köpfen seiner Models thronen aus blondem Haar modellierte Riesenlippen, sie tragen geflochtene Colliers oder Gebilde mit Namen »Red Wall«: Unmengen von Haar hängen von weit über dem Kopf bis zu den Hüften in voneinander abgesetzten Rottönen, vorne ist nur ein kleines Sichtfenster offen. Für den Halt solcher Konstruktionen benutzt der Franzose, der auf echtes Menschenhaar schwört, Styropor und Lehm.
Die surrealen Perückenskulpturen des 23-Jährigen wiederbeleben die in den letzten Jahren fast in Vergessenheit geratene »Haute Coiffure«, die Kunst fantasievoller Haarkreationen als Teil von Kollektionen. Zum Tragen auf der Straße sind sie nicht gedacht: Bereits jetzt kann man sie im Rotterdamer »Boijmans Van Beuningen Museum« in einer Modeausstellung bewundern. Die blonde Lippenperücke schaffte es auf den Kopf von Lady Gaga in ihrem Video zum Nummer-eins-Hit »Bad Romance«. Allerdings hat die schrille US-Sängerin sie – wohl aus Versehen – verkehrt
herum aufgesetzt, wie der Perückendesigner in einem Interview klarstellte.
Das Tragen von Fremdhaar ist und war niemals einfach. Auch wenn Popstars und Hollywood-Schauspielerinnen Perücken und Haarverlängerung heute als modische Attribute zur Schau stellen; auch wenn die Zeiten längst vorbei sind, in denen Schlagzeilen über einen Toupet tragenden James Bond, alias Sean Connery, jemanden hinter dem Ofen hervorlocken konnten. Angst vor dem Kahlsein trifft einen empfindlichen Nerv des Selbstbewusstseins. Dabei geht es nicht nur um Eitelkeit. Der Psychologe Ronald Henss von der Universität des Saarlandes hat in Studien herausgefunden: Glatzenträger wirken nicht nur um etwa fünf Jahre älter, sie gelten als altmodischer, sexuell unattraktiver und weniger selbstsicher. Doch Haare geben den Mitmenschen nicht nur vermeintliche Informationen über biologische Qualitäten, sondern auch über die soziale Identität.
Perücken werden nie wieder sein, was sie einmal waren«, verkündet das »New York Times Style Magazine« Anfang Januar 2010. Mit seiner aktuellen Perückenkollektion hat Charlie Le Mindu es geschafft, selbst abgebrühte Kenner der Laufstege aus der Reserve zu locken. Auf den Köpfen seiner Models thronen aus blondem Haar modellierte Riesenlippen, sie tragen geflochtene Colliers oder Gebilde mit Namen »Red Wall«: Unmengen von Haar hängen von weit über dem Kopf bis zu den Hüften in voneinander abgesetzten Rottönen, vorne ist nur ein kleines Sichtfenster offen. Für den Halt solcher Konstruktionen benutzt der Franzose, der auf echtes Menschenhaar schwört, Styropor und Lehm.
Die surrealen Perückenskulpturen des 23-Jährigen wiederbeleben die in den letzten Jahren fast in Vergessenheit geratene »Haute Coiffure«, die Kunst fantasievoller Haarkreationen als Teil von Kollektionen. Zum Tragen auf der Straße sind sie nicht gedacht: Bereits jetzt kann man sie im Rotterdamer »Boijmans Van Beuningen Museum« in einer Modeausstellung bewundern. Die blonde Lippenperücke schaffte es auf den Kopf von Lady Gaga in ihrem Video zum Nummer-eins-Hit »Bad Romance«. Allerdings hat die schrille US-Sängerin sie – wohl aus Versehen – verkehrt
herum aufgesetzt, wie der Perückendesigner in einem Interview klarstellte.
Das Tragen von Fremdhaar ist und war niemals einfach. Auch wenn Popstars und Hollywood-Schauspielerinnen Perücken und Haarverlängerung heute als modische Attribute zur Schau stellen; auch wenn die Zeiten längst vorbei sind, in denen Schlagzeilen über einen Toupet tragenden James Bond, alias Sean Connery, jemanden hinter dem Ofen hervorlocken konnten. Angst vor dem Kahlsein trifft einen empfindlichen Nerv des Selbstbewusstseins. Dabei geht es nicht nur um Eitelkeit. Der Psychologe Ronald Henss von der Universität des Saarlandes hat in Studien herausgefunden: Glatzenträger wirken nicht nur um etwa fünf Jahre älter, sie gelten als altmodischer, sexuell unattraktiver und weniger selbstsicher. Doch Haare geben den Mitmenschen nicht nur vermeintliche Informationen über biologische Qualitäten, sondern auch über die soziale Identität.
Autor/in: Bettina Jech
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