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Außerirdische
Die geheimen Ufo-Akten
Die neuen, bislang unter Verschluss gehaltenen Ufo-Geheimpapiere sollen die Diskussion über außerirdische Flugobjekte endlich versachlichen. Was ist dran an den umstrittenen Sichtungen? Und was spricht wirklich dafür, dass Außerirdische uns besuchen wollen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Es ist finstere Nacht, als US-Leutnant Milton Torres über dem britischen Norwich den mysteriösesten Befehl seines Berufslebens erhält. Die Flugsicherheitsbehörde der Royal Air Force weist den in der NATO-Basis Kent stationierten Piloten an, mit seinem Jagdbomber F-86D ein unbekanntes Flugobjekt (Ufo) in seiner Nähe anzusteuern. Auf dem Radar hat das Objekt die Größe eines Flugzeugträgers. Als Torres sich auf 25 Kilometer genähert hat, kommt der Abschussbefehl. »Ich sollte das ganze Magazin abfeuern, alle 24 Raketen«, berichtet der Pilot später.
Aber kurz bevor er den Auslöser betätigen kann, verschwindet das Ufo mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, die Torres mit 16 000 km/h angibt. Der Fall ist mehr als 50 Jahre her, und wahrscheinlich würden heute nur noch ein paar eingefleischte Ufo-Enthusiasten darüber sprechen – wenn er nicht plötzlich, neben vielen anderen Ufo-Sichtungen, in brandaktuellen Akten der britischen Behörden aufgetaucht wär
Regierungsamtlich hin oder her: Wieder einmal stellt sich die Frage, ob derlei Beobachtungen nun zu glauben sei. Oder ob eine optische Täuschung den Zeugen etwas vorgegaukelt hat – oder ob gar eine bewusste Täuschungsabsicht dahintersteht. Seit dem wohl berühmtesten Ufo-Fall, bei dem 1947 im amerikanischen Roswell eine außerirdische Raumkapsel inklusive Insassen vom Himmel gefallen sein soll, füllen Geschichten über Ufos mit schöner Regelmäßigkeit die Sommerlöcher der Zeitungen. Roswell war ein gigantischer Betrug, der jahrzehntelang funktionierte – was da vom Himmel gefallen war, entpuppte sich in Wahrheit als ein geheimer US-Militärforschungsballon. Da saß der Glaube an Besucher aus dem All aber schon fest in unseren Köpfen.
Alles, was danach an »Beweisen« der dritten Art in den Medien rauf und runter zitiert wurde – nun ja, man konnte es glauben oder auch nicht. Erst in den letzten Jahren bekam das Thema mehr Bodenhaftung, als Ufos sozusagen Regierungssache wurden. In den USA und Frankreich wurden viele der lange geheim gehaltenen Ufo-Akten der Allgemeinheit zugänglich gemacht, sofern sie nicht den Stempel »Streng vertraulich« der Verteidigungsministerien oder Geheimdienste trugen. Zurzeit ziehen die britischen Behörden nach und veröffentlichen bis ins Frühjahr 2009 insgesamt gut 200 ausgewählte Aktenordner über die Beobachtung von Ufos: zigtausend Zeugenaussagen zu einigen tausend Sichtungen.
Diesmal scheint es sich aber nicht nur um die x-te Wiederholung von schon Bekanntem zu handeln. Offensichtlich soll die Ufo-Diskussion auf eine sachlichere Ebene gehoben werden – Zahl und Qualität der zitierten Zeugen sind jedenfalls beeindruckend. Tenor der bislang veröffentlichten britischen Akten: Etwa 90 Prozent aller auf der Insel untersuchten Fälle sind ganz natürlich zu erklären. Bleibt die spannende Frage: Was ist mit dem Rest?
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