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Quantenphysik
Die geheime Physik Gottes
Bestimmte Phänomene der Quantenphysik sind so unglaublich, dass sich sogar nüchtern denkende Wissenschaftler fragen: Steckt dahinter ein göttlicher Plan?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Große Physiker verkünden dauerhafte Wahrheiten, sonst wären sie keine großen Physiker. Allen voran Albert Einstein: Seine Relativitätstheorie gilt als Fels im Meer der physikalischen Annahmen und Behauptungen. Oder Stephen Hawking. Er ist der bekannteste Physiker der Gegenwart. Doch was der Brite im September 2010 in seinem neuen Buch »Der große Entwurf – Eine neue Erklärung des Universums« verkündet hat, ist für viele ein echter Schocker. Keine Formel, kein Zahlenmodell, sondern die nüchterne Erkenntnis: »Ein Universum kann sich selbst erschaffen« – eine göttliche Schöpfung sei dazu nicht notwendig. Krasser ausgedrückt: Gott ist überflüssig!
Prompt folgte der Protest. »Die Wissenschaft kann niemals die Nicht-Existenz Gottes beweisen«, meinte der englische Bischof Lee Rayfield. »Ebenso wenig, wie sie seine Existenz beweisen kann.« Diese Aussagen passen zum gängigen Klischee: Auf der einen Seite stehen die Wissenschaftler, die nur an das glauben, was sie messen und in ihren Theorien postulieren, aber nicht an Gott. Auf der anderen Seite stehen die Theologen, die an Gott glauben, aber eben nur glauben.
Doch so einfach ist es nicht. Gerade Phänomene der modernen Physik bieten Anlass, nach Gott zu fragen. Und selbst Atheisten kommen ins Nachdenken, wenn sie erfahren, welche mysteriösen Ergebnisse aus Experimenten hervorgehen, die mit irdischen Maßstäben nicht mehr in den Griff zu bekommen sind.
Was war vor dem Urknall? Was ist »Dunkle Materie« und »Dunkle Energie«? Warum verträgt sich die Relativitätstheorie, die den Kosmos im Großen erklärt, nicht mit der Quantenmechanik, die dasselbe im Kleinen versucht? Theologen würden sagen: Die Antworten auf diese und andere Rätsel des Universums weiß nur derjenige, der das alles erschaffen hat.
Physiker sind keine Theologen. Aber nicht einmal Stephen Hawking hat ausdrücklich gesagt, es gebe keinen Gott. Obwohl der Brite zugibt, Atheist zu sein: von Gott habe er in seinen früheren Büchern nur deshalb geschrieben, weil die sich so besser verkauften. Andere Koryphäen bekannten sich zu Gott auch ohne Marketing-Druck. »Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plan eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein«, verkündete zum Beispiel Isaac Newton. »Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis.«
Newton lebte vor 300 Jahren und wusste nichts von der modernen Physik. Welche religiösen Vorstellungen lassen sich heute mit ihr vereinbaren?
Es gibt zwei grundlegende Positionen.
Standpunkt A: Ein allmächtiger Gott hat das Universum geschaffen. Es war nicht schon immer da, sondern entstand vor rund 13,7 Milliarden Jahren durch eine unvorstellbare kosmische Explosion, den Urknall. Davor gab es nichts, erst Gott schuf Raum und Zeit. Und da es noch keine Zeit gab, kann man auch nicht sagen, was vor dem Urknall war. Es gab kein »vor«.
Standpunkt B: Die Natur ist aus sich selbst heraus entstanden, als Wirkung ohne Ursache, ohne einen göttlichen oder zeitlichen Ursprung. Hawkings These.
Tatsache ist: Die Schwerkraft und andere physikalische Bedingungen bewirkten, dass sich Sterne und Planeten gebildet haben. Licht breitet sich überall mit Lichtgeschwindigkeit aus, bei Kälte bewegen sich atomare Teilchen langsamer als bei Wärme, und ein Apfel fällt zu Boden, anstatt emporzusteigen. All dies sind ewig gültige physikalische Wahrheiten, für die kein Gott notwendig ist. Aber woher kommen diese Naturgesetze? Wer hat sie geschaffen? Jeder, der nicht an eine göttliche Schöpferkraft glaubt, muss hier an seine Grenze stoßen.
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