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Azteken

Die Götter halfen nicht

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Ein paar Hundert Spanier besiegten das mächtigste Volk in Amerika. Wie war das möglich?

So etwas haben die Indios noch nicht gesehen: Aus dem Morgendunst über dem Meer schälen sich an diesem Frühlingstag des Jahres 1519 die Umrisse von elf dickbauchigen Schiffen heraus. Es ist die Flotte des spanischen Eroberers Hernando Cortez (1485 – 1547). Mit 530 Mann, 16 Pferden und 14 Kanonen ist er von Kuba aus aufgebrochen, um auf dem amerikanischen Festland sein Glück zu suchen. Als er jetzt mit seinen Männern an der Ostküste Mexikos an Land geht, ahnen die Einheimischen, die sich am Strand aufhalten, nicht, dass die hellhäutigen Fremden ihr Untergang sein werden.

Etwa zur gleichen Zeit findet rund dreihundet Kilometer westlich eine ungewöhnliche Zeremonie statt. In Tenochtitlán, der Hauptstadt des Aztekenreiches und damals größten Stadt der Welt, steigt ein Mädchen die letzten Stufen der großen Tempelpyramide empor. Sie hat sich freiwillig als Opfer für den aztekischen Hauptgott Huitzilopochtli gemeldet. Nach ihrem Tod soll sie als Kolibri ins Paradies eingehen, haben ihr die Priester versichert.

Aber jetzt hat die junge Frau Angst. Schreckliche Angst. Wie erstarrt lässt sie es geschehen, dass ein Priester ihr das Kleid vom Körper reißt. Gleich wird er ihr auf dem Techcatl, dem Opferstein, das Herz aus dem Leib schneiden. Aber plötzlich hält der Priester inne und zeigt empört auf die Brust des Mädchens: Dort befindet sich ja ein Leberfleck! Wer so einen Makel besitzt, kann Huitzilopochtli unmöglich als Opfer dienen.
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Autor/in: Hanno Dahlke


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