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Jane Goodall

Die Frau, die sich zum Affen macht

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Tiere sind ihr Leben, Afrika ihre große Liebe: Jane Goodall revolutionierte die Primatenforschung wie keine andere. Sie gab Schimpansen einen Namen und eine Seele, machte trockenes Fachwissen spannend wie „CSI“. Dafür bezahlte sie mehrfach mit ihrem Liebesglück.

Menschenaffen verfolgen Blondinen. Das kennt man aus dem Kino. Doch der umgekehrte Fall ist eine Sensation. „Glamourös!“, bestaunt man 1962 auf dem Londoner Primaten-Symposium die zierliche Jane Goodall. Schon seit 15 Monaten verfolgt die 28-jährige Engländerin Schimpansen durch den Urwald von Tansania, und das mit erstaunlichen Ergebnissen: Sie hat die Tiere Werkzeuge zum Termitenangeln herstellen sehen, berichtet sie. Und sie hat beobachtet, wie sie Paviane jagen und verspeisen. Schimpansen als Werkzeugmacher und Fleischfresser!

Das ist neu. Und von mancher Koryphäe schwer zu akzeptieren. Schließlich hat diese Jane Goodall nicht nur keinen Doktortitel. Sie ist nicht einmal Studentin. Sie ist Sekretärin. Ein Makel? Nicht für Goodall. „Universitätstitel waren mir egal“, sagt die berühmte Tierforscherin fast 40 Jahre später. „Ich wollte immer nur im Urwald sein und von den Schimpansen lernen. Die Wissenschaft aus ihren Büchern holen und zu möglichst vielen Leuten bringen.“ Dass sie dazu die Gelegenheit erhält, verdankt sie vor allem dem Anthropologen und Museumsdirektor Louis Leakey.

Kenia 1957: „Wenn Du Tiere magst, geh zu Leakey“, rät man der 23-jährigen Jane auf einer Party in Nairobi. Erst im April ist die junge Frau aus Bournemouth angekommen, auf Einladung ihrer Schulfreundin Claude. Die paar hundert Pfund, die sie gespart hat, sind längst dahin. Aber Heimfahren kommt nicht in Frage. Schließlich will sie, seit sie ein kleines Mädchen ist, in Afrika mit Tieren arbeiten. Als sie Leakeys Büro im Coryndon Museum für Naturgeschichte betritt, braucht sie also dringend einen Job.
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Autor/in: Isabel Winklbauer


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