Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
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Monsterjagd
Die 10 meistgesuchten Kreaturen
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Überall auf der Welt erzählt man sich Geschichten über bedrohliche Wesen, deren Existenz niemand beweisen kann. Kryptozoologen forschen nach ihnen. Meistens gibt es banale Erklärungen. Doch es bleiben viele Rätsel.
Name: Allghoi Khorkhoi
Vermuteter Aufenthaltsort: Wüste Gobi, Mongolei
Er wird auch »Mongolischer Todeswurm« genannt und soll unter der Erde leben. Im Schutz des Sandes pirscht er sich an seine Opfer heran, richtet sich vor ihnen auf und bespritzt sie mit tödlichem Gift, das aus explodierenden Blasen auf seiner Haut stammt. Der Wurm soll blutrot sein, armdick und über einen Meter lang. Es heißt, besonders die Farbe Gelb ziehe ihn an. Deshalb habe er angeblich einen mongolischen Jungen getötet, dem beim Spielen eine gelbe Spielzeugkiste auf die Erde gefallen war.
Wissenschaftler glauben, dass es sich bei Allghoi Khorkhoi um eine bisher unbekannte Schlangen- oder Schleichenart handeln könnte. Oder dass die Zeugen zwei bekannte Tierfamilien zusammenwerfen: sich aufrichtende, giftspritzende Schlangen und sich unter dem Sand fortbewegende Schleichen.
Name: Mapinguari
Vermuteter Aufenthaltsort: Regenwald, Brasilien
Die Cario-Indianer wissen es ganz genau: Das nachtaktive Monster lebt in der Nähe des Amazonas und frisst neben Pflanzen auch Tiere und Menschen. Selbst Gewehrkugeln hält es stand. Ein ganzes Dorf im Amazonasbecken ist aus Angst vor dem Untier schon umgezogen.
Forscher, die nach dem mysteriösen Wesen suchten, hörten in der Nacht fremdartige Geräusche, die vom Mapinguari stammen könnten. Biologen schließen nicht aus, dass das Tier tatsächlich existiert. Möglicherweise handelt es sich um das Riesenfaultier, von dem man bisher glaubte, es sei ausgestorben. Hat es in den Tiefen des Amazonasdschungels überlebt? Seine Haut soll übrigens mit Knochenschuppen durchsetzt sein – möglicherweise eine Panzerung, die Gewehrkugeln ablenkt. Die Fahndung läuft noch.
Name: Chupacabra
Vermuteter Aufenthaltsort: Lateinamerika, USA
Immer wenn es Sommer wird in Lateinamerika und die Boulevardpresse nicht weiß, womit sie ihre Seiten füllen soll, taucht er wieder auf: der Chupacabra (Ziegensauger). Auch Federvieh und andere Tiere soll das rätselhafte Wesen anfallen.
»Es war ungefähr 1,30 Meter lang, hatte längliche, blutrote Augen und bewegte sich hüpfend wie ein Känguru auf kräftigen Hinterläufen fort. Aus seinem Maul schnellte eine lange, gespaltene Zunge vor und zurück«, sagte ein Mann aus Puerto Rico bei der Polizei aus. Manche berichten von einem stacheligen Rücken. Für einen Zeugen riecht die Bestie nach Schwefel, für andere nach Batteriesäure oder Urin. Am Hals der Opfer sollen sich zwei kleine Bisslöcher befinden. Handelt es sich um einen Vampir?
Inzwischen ist der Chupacabra offenbar auch in den Süden der USA eingefallen: 2009 tauchten in Texas und Oklahoma Fotos und ein Video auf, welche eine Kreatur zeigen, die einem Hund ohne Fell und mit langen Vampirzähnen ähnelt. Hobbyfahnder sind sicher: Das ist der Blutsauger, der in Lateinamerika Ziegen und Hühner tötet.
Biologen und Tierärzte haben Zweifel: Gerade in Mittelamerika gibt es viele ungewöhnliche Hunderassen mit kräftigen Zähnen, auch Rassen, die kaum oder gar nicht behaart sind. Bei Wildhunden wie den Kojoten kann Milbenbefall dazu führen, dass ihnen die Haare ausgehen. Bisher jedenfalls waren alle Tiere, die unter Chupacabra-Verdacht von Fachleuten untersucht wurden, Hunde oder Kojoten.
Name: Bigfoot alias Sasquatch
Vermuteter Aufenthaltsort: USA, Kanada
Schon im 19. Jahrhundert wurde er immer mal wieder in den Bergen der USA und Kanadas gesichtet. Bigfoot (in Kanada heißt er Sasquatch) ist ein stark behaartes Wesen mit großen Füßen. Seit 1967 ein verschwommenes Video aufgetaucht ist, wie er durch einen Bergwald läuft, wird darüber gerätselt, ob es sich um einen Menschen oder einen Affen handelt. 2002 kam heraus, dass dieser Bigfoot eine Erfindung des Amerikaners Ray Wallace war. Seit den 1950ern hatte er Freunde und seine Ehefrau im Pelzkostüm durch die Natur gejagt und dabei gefilmt. Nach seinem Tod enthüllte sein Sohn die Wahrheit. Auch der jüngste kanadische Fund aus dem Sommer 2008 ist nicht ernst zu nehmen: Bei der »tiefgefrorene Sasquatch-Leiche« handelte es sich um ein Karnevalskostüm.
Name: Ogopogo
Vermuteter Aufenthaltsort: Okanagan-See, Kanada
Das Ungetüm soll über zehn Meter lang sein, dunkle Haut, einen schlangenartigen Körper und einen Kopf wie ein Schaf haben. Schon vor mehreren hundert Jahren wurde es von den Indianern im Okanagan-See beobachtet. Sie nannten es Ogopogo (Seeschlange) und fürchteten sich sehr. Zur Ablenkung warfen sie ihm lebende Hühner zum Frass vor, wenn sie im Kanu das Wasser überquerten.
Zum Ogopogo gibt es mehrere Theorien: Handelt es sich um einen überlebenden Basilosaurus, der einst in den See schwamm, als dieser noch mit dem Ozean verbunden war? Das Tier oder seine Nachfahren müssten dann allerdings 45 Millionen Jahre lang überlebt haben – so lange gilt der Saurier als ausgestorben. Das gleiche gilt für den zweiten Verdächtigen: Cadborosaurus, eine Seeschlange mit pferdeähnlichem Kopf. Sie soll an der kanadischen Pazifikküste leben. Nicht mehr identifizierbare Tierkadaver, die angeblich dort an den Strand gespült worden sind, werden ihm zugeordnet – warum sollte es also nicht auch einen Cadborosaurus in einem kanadischen See geben? Nach dem Studium von Videoaufnahmen angeblicher Ogopogos tippen Biologen allerdings eher auf einen Biber.
Name: Alien
Vermuteter Aufenthaltsort: vorzugsweise Nevada, Mexiko
Lagern Leichenteile von Außerirdischen in »Area 51«, dem geheimen Testgelände der US-Luftwaffe in der Wüste von Nevada? Wurden die Aliens im Auftrag der US-Regierung seziert, wie auf einem Schwarz-Weiß-Video angeblich zu sehen ist? Oder sind die unheimlichen Wesen gar noch am Leben und entführen Menschen, wie immer wieder behauptet wird? Das Video jedenfalls hat sich als Fälschung entpuppt. Doch 2009 machte ein Fund in Mexiko Furore: Die Kreatur, halb Mensch, halb Reptil, wurde von einem Farmer lebend in einer Rattenfalle gefunden. Der Entdecker glaubte, es handle sich um ein Alien-Baby, und ertränkte es aus Angst.
Untersuchungen des Kadavers sollen eine auf der Erde völlig unbekannte DNS ergeben haben. Der Farmer ist später in seinem Auto verbrannt – unter mysteriösen Umständen: Die Temperaturen waren wesentlich höher als normalerweise bei solch einem Unfall. Da waren rachsüchtige Alien-Eltern am Werk, orakelte die Boulevardpresse auch in Deutschland. Alles Schwindel, sagen dagegen Wissenschaftler: In Wahrheit handle es sich um den Kadaver eines Affenbabys, dem die Haut abgezogen wurde.
Name: Yeti
Vermuteter Aufenthaltsort: Himalaja
Keine anständige Himalaja-Expedition ohne Yeti-Sichtung – zuletzt wollte eine Gruppe japanischer Bergsteiger Fußabdrücke des Riesen gefunden haben. Selbst der
bekannte Bergsteiger Reinhold Messner glaubt an ihn, denkt aber wie einige Biologen, dass es sich wahrscheinlich um einen Bären handelt. Davon geht auch der Japaner Makoto Nebuka aus, der zwölf Jahre lang den rätselhaften Schneemenschen erforscht hat: »Yeti« sei eine Abwandlung des tibetanischen Wortes »Meti«, welches den Himalaja-Braunbären bezeichnet. Vielleicht hat der Yeti aber auch einen Gamsbart und eine hohe Meckerstimme: Bei dem berühmten Yeti-Skalp, der in einem Kloster in Nepal zur Schau gestellt wird, handelt es sich jedenfalls in Wirklichkeit um Ziegenhaut.
Name: Nessie
Vermuteter Aufenthaltsort:
Loch Ness, Schottland
Schon im Jahr 565 wird erwähnt, dass das Ungeheuer von Loch Ness einen schottischen Stammesangehörigen angreift, bis es von einem Heiligen mit Kreuzzeichen und Bannfluch vertrieben wird und sich in die Fluten zurückzieht. Hat in Schottland ein Plesiosaurus überlebt? Zigmal wurde er angeblich gesichtet und gefilmt, ähnelte aber meist eher einem Stück Treibholz. Eine Aufnahme von 2007 wurde als die beste alle Zeiten gefeiert. Zu sehen ist nichts weiter als ein unscharfer, dunkler Klecks im Wasser.
Eine ungewöhnliche Theorie hat der schottische Paläontologe Neil Clark, der sich die seiner Meinung nach bisher einzige eindeutige Aufnahme von Nessie vorgenommen hat: Nessie war ein badender Elefant, von dem nur Rüssel und Rücken aus dem Wasser schauten. Das Ganze sei ein »großartiges Beispiel für Marketing« gewesen. Ein Zirkusdirektor habe 1933 seinen entlaufenen Elefanten beim Bad in Loch Ness abgelichtet und anschließend, als PR-Gag für seinen Zirkus, ein Kopfgeld auf das Ungeheuer ausgesetzt.
Name: Mothman
Vermuteter Aufenthaltsort: weltweit
Er war da. Bevor in China ein Damm brach, in Tschernobyl das Kernkraftwerk kollabierte, Chicago von einem Erdbeben erschüttert wurde oder die über den Ohio River führende Silver Bridge zusammenbrach – immer schwebte eine geheimnisvolle Gestalt über dem Unglücksort. Der Mothman (Mottenmann) soll zwei bis vier Meter groß sein, mit glühenden Augen und gewaltigen Flügeln. In der Nähe der eingestürzten Silver Brigde (der Fall wurde zum Roman- und Filmstoff) befindet sich heute noch ein Mothman-Museum.
Der Mothman wird gejagt, seit er in den 1950ern und 1960ern angeblich hundertfach gesehen wurde, meist dort, wo kurz darauf eine Katastrophe passierte. Ist er eine Art geflügelte Prophezeiung? Nein, sagt Joe Nickell, Mitglied der amerikanischen Skeptikergruppe »Committee for Skeptical Inquiry«. Die schemenhafte Gestalt mit den funkelnden Augen und den Flügeln hält er für eine Schleiereule. Wenn sie auf einem Baum sitzt, könne sie in der Dunkelheit als meterhohes Wesen wahrgenommen werden.
Name: Yowie
Vermuteter Aufenthaltsort: Australien
Es existieren nur Phantomzeichnungen von ihm: Ende Juli 2009 wurde der Yowie (behaarter Teufelsmensch) angeblich wieder einmal in Australien gesichtet – aber nicht fotografiert. Es war Halbmond und sternenklar. Das über zwei Meter große und einen Meter breite Wesen soll bewegungslos am Straßenrand gestanden haben. Zwei Zeuginnen, die gerade vorbeifuhren, schildern es genau so, wie es vor ihnen bereits andere getan haben: groß, schwarz, haarig, extrem breite Schultern. Dummerweise haben die beiden Frauen nicht angehalten – und als sie zurückkehrten, um ein Foto zu schießen, war der Yowie nicht mehr da.
Sowohl weiße Australier als auch Ureinwohner, die Aborigines, berichten immer wieder davon, einen behaarten Riesenaffen oder -menschen gesehen zu haben. Manche glauben an überlebende Exemplare des als ausgestorben geltenden Gigantopithecus. Auf Zeichnungen sieht der Yowie aus wie ein Urzeitmensch. 2009 will ein Kryptozoologe im Bundesstaat Queensland von einem Yowie regelrecht überrannt worden sein. Sein Begleiter hat nichts gesehen, und Fotos präsentierte der Yowie-Forscher nur von seinen Schürfwunden.
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