Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Die Julikrise
Der Weg in den Ersten Weltkrieg
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Samstag, der 27. Juni 1914, war ein sonniger, friedlicher Tag. Im Hafen von Kiel lagen Schiffe der englischen und der deutschen Flotte Seite an Seite. Kaiser Wilhelm II., Enkel der englischen Königin Victoria und Cousin König Georgs V., hatte soeben die »Kieler Woche« eröffnet. Die Besatzungen beider Flotten bummelten Arm in Arm durch die Stadt. Wenn es je Spannungen gegeben hatte – sie schienen wie weggeblasen. Niemand dachte an Krieg. »Die unmittelbar vor ihrer Katastrophe stehende Welt war strahlend schön«, schrieb später Winston Churchill, damals Erster Lord der britischen Admiralität. So hätte es weitergehen können. Es musste etwas Unvorhergesehenes geschehen, um die Situation umzustürzen. Und es geschah – schlagartig.
In diesen Tagen hielt sich der habsburgische Thronfolger Franz Ferdinand, der Neffe Kaiser Franz Josephs I., als »Generalinspekteur der gesamten bewaffneten Macht« zu Manövern in Bosnien auf. Am 28. Juni erschoss der Serbe Gavrilo Princip ihn und seine Gemahlin Sophie auf offener Straße in Sarajevo. Princip gehörte einer nationalistischen serbischen Geheimorganisation an, die das Attentat vorbereitet hatte und die einen fanatischen Hass auf die k.u.k. Monarchie hegte. Inwieweit serbische Regierungskreise involviert waren, wurde nie restlos aufgeklärt.
Die Nachricht vom Attentat erreichte Franz Joseph an seinem Ferienort Bad Ischl. Aus den Zeitungen erfuhr sie tags darauf die ganze Welt. Die erste Reaktion war Bestürzung, auch bei den späteren »Feindmächten«. Im Bericht des deutschen Botschafters in Österreich nach Berlin stand, in Wien erwäge man, »es müsse einmal gründlich mit den Serben abgerechnet werden«. Kaiser Wilhelm schrieb an den Rand: »Jetzt oder nie.« Serbien war ja in der Tat ein Problem: Mit Russland als Rückendeckung bedrohte das Land die österreichische Position und war militant genug, die Situation so weit wie möglich auszunutzen. Ein österreichischer Schlag gegen Serbien, so meinte nun auch Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg, wäre die letzte Chance, die Machtverhältnisse auf dem Balkan so zu verschieben, dass Russland das gerade noch hinnehmen könnte. So kam es am 5. Juli zu der berühmten »Blankovollmacht« Deutschlands an Österreich: Wilhelm versicherte Franz Joseph, »in gewohnter Bundestreue« an Österreichs Seite zu stehen. Der deutsche Kaiser hatte sich jahrelang für eine friedliche Regelung mit Serbien ausgesprochen. Jetzt aber meinte er: »Mit den Serben muss aufgeräumt werden.« Im Hintergrund stand die Hoffnung, dass Russland noch nicht kriegsbereit sei. Auf den Rat Bethmann Hollwegs machte sich Wilhelm dann zu seiner alljährlichen Nordland-Reise auf. Der Kaiser in den Ferien – das sprach nicht für kriegerische Absichten.
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