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Gaius Julius Caesar

Der Römer mit den vielen Masken

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Bis in die Moderne steht sein Name für den Inbegriff des Herrschers – vom Kaiser bis zum Zaren. Dichter, Filmemacher und Historiker haben die Rolle des Gaius Julius Caesar für die Geschichte Roms interpretiert. Die einen schildern ihn als rabiaten Räuberhauptmann, die anderen als heiligen Jesus von Nazareth.

Der Gefangene ist richtig gut gelaunt: „Wenn ich frei bin, werde ich Euch alle töten“, sagt er augenzwinkernd. Die Piraten lachen über den vermeintlichen Scherz. Sie mögen den jungen Römer, der ihnen ein Lösegeld von 50 Talenten (etwa 1300 Kilo Silber ) einbringen soll. Zwar behandelt der feine Herr sie meistens wie Sklaven. Aber er trinkt auch Wein mit ihnen, rezitiert Gedichte oder erzählt derbe Witze; manchmal lässt er sich sogar herab, sie beim Würfelspiel übers Ohr zu hauen.

Nach 38 Tagen wird das Lösegeld bezahlt, und der römische Adelige namens Gaius Julius Caesar kann als freier Mann von Bord gehen. Die Piraten winken freundlich zum Abschied und segeln gemächlich davon. Caesar winkt nicht zurück. Er hat es eilig. Innerhalb weniger Tage stellt er eine schlagkräftige Flotte zusammen, verfolgt die Piraten, überwältigt sie, versenkt ihre Schiffe und lässt die Männer ohne Gerichtsverhandlung ans Kreuz schlagen. Das beträchtliche Lösegeld, das kleinasiatische Gemeinden aufgebracht haben, steckt er in die eigene Tasche.

Die Piraten hätten Caesar ernst nehmen sollen. Doch sie ließen sich von seiner Leutseligkeit täuschen. Caesar, ein Mann mit vielen Masken. Wer war er wirklich? Seine Gegner sahen in ihm einen skrupellosen und machtversessenen Opportunisten. So ätzte der griechische Geschichtsschreiber Cassius Dio (um 155 - 235): „Er zeigte, dass er jederzeit bereit war, jedem zu dienen und zu schmeicheln, sogar einfachen Leuten, und er schreckte vor keiner Rede und keiner Tat zurück, um an das zu gelangen, was er begehrte.“ Für seine Anhänger war Caesar indes eine gottähnliche Lichtgestalt. Während mehrere Senatoren seine Ermordung planten, wurde er in den Gassen von Rom als Salvator, als Retter und Heilsbringer verehrt.
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Autor/in: Frank Nicolaus


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