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Jungfrauen

Der Mythos der unbefleckten Schönheit

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Schon in der Antike war Sex vor der Ehe für Frauen tabu. Denn eine Braut, die bei der Hochzeit keine Jungfrau mehr war, brachte nicht nur Schande über die ganze Familie – die Sünderin konnte auch mit dem Tod bestraft werden.

Drachen hatten sie zum Fressen gern, Einhörner fielen ihnen in den Schoß, und ei-nige Göttinnen zählten zu ihnen, ebenso Maria, die Mutter von Jesus. Die Männer wollten sie unbedingt heiraten: Jungfrauen. Vorstellungen von Kraft, Macht und Magie sind verbunden mit der Unberührtheit, für die ein kleines Häutchen in der Vagina steht: das Hymen. Sein Verlust zur unrechten Zeit konnte für eine Frau den Tod bedeuten, denn die Ehre der Familie hing von der Keuschheit der Töchter ab. Was hat es auf sich mit den Jungfrauen? Folgen wir der Spur eines Mythos ...

Bei einigen Säugetieren unternehmen Männchen große Anstrengungen, weibliche Sexualität zu kontrollieren. So töten männliche Löwen Nachkommen, die von anderen Löwen gezeugt wurden. Doch keine Spezies war in der Überwachung der weiblichen Mitglieder ihrer Art so erfolgreich wie der Mensch. Natalie Angier stellt in ihrem Buch »Frau« fest, dass es »einzig dem Menschenmännchen« gelungen ist, »sich zwischen eine Frau und ihre Mahlzeiten zu drängen, die Kontrolle der Ressourcen, die sie zur Ernährung und derjenigen ihrer Kinder benötigt, an sich zu reißen«.

Um sicherzugehen, dass der Nachwuchs genetisch tatsächlich von dem Mann stammte, der Zeit oder Geld in ihn investierte, wurde Keuschheit zu einer wichtigen weiblichen Tugend. Dabei haben Frauen sich Bräuchen unterworfen, »die gezielt zur Kontrolle der weiblichen Sexualität ersonnen wurden«, wie Angier schreibt. Hierzu zählen das Vernähen der Schamlippen, die Beschneidung der Klitoris, aber auch Verschleierung und Klausur, nicht nur in Klöstern, sondern auch in den Häusern von Vätern und Gatten. So verwundert es nicht, dass Jungfräulichkeit in fast allen Kulturen und Religionen eine große Rolle spielt.
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Autor/in: Britta Quebbemann


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