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Raumfahrt mit Sonnen-Antrieb

Der mit der Sonne tanzt

Mit der Kraft der Sonnen-Photonen zu fernen Sternen – superschnell und ohne Treibstoff! Was wie Science-Fiction klingt, ist auf dem Weg in die Wirklichkeit: Die ersten Solarschiffe sind bald startbereit!

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Der mit der Sonne tanztDer mit der Sonne tanzt
NASA Images

Ohne Vorwarnung eröffnen die klingonischen Raumkreuzer das Feuer auf die »USS Enterprise«. Es sind feindliche Schiffe der Negh’Var-Klasse, ausgerüstet mit Torpedowerfern und schweren Disruptoren – eine tödliche Gefahr. Enterprise-Kapitän Jean-Luc Picard bleibt nur eine Chance: »Commander Data, wir verschwinden«, tönt sein Befehl über die Brücke. Data drückt Knöpfe, fummelt an Joysticks. Plötzlich verzerrt sich beim Blick aus dem Fenster der Raum ziemlich merkwürdig, denn die Enterprise beschleunigt auf Warp-Faktor 9,6 – sagenhafte 2,05 Trillionen Kilometer in der Stunde – und lässt die Klingonen damit locker hinter sich.

Als am 8. September 1966 »Star Trek« zum ersten Mal über amerikanische Fernsehbildschirme flimmerte, war der Warp-Antrieb wie eine Verheißung, dass es dem Menschen eines Tages möglich sein würde, seine kosmische Heimat zu verlassen. Natürlich war und ist Warp nichts weiter als Fiktion und deshalb kein echter Hoffnungsträger. Aber nicht alles, was nach Sciencefiction klingt, muss deshalb an der harten Realität scheitern. Ein aktuelles Beispiel dafür hat ebenfalls mit dem Antrieb von Raumfahrzeugen zu tun – und ist bereits auf dem Weg in die Wirklichkeit: das Sonnensegel, das nicht vom Wind angeschoben wird, sondern von den Lichtteilchen unserer Sonne, den Photonen. Triebwerke, Treibstoff, Tanks – alles überflüssig. Die Lösung sämtlicher Probleme der Raumfahrt?

Die Szenarien, die den Experten dazu durch den Kopf gehen, wirken auf den Laien bizarr, sind aber alles andere als Spinnerei. Stellen wir uns den orange glühenden Ball der Sonne vor, und langsam schwebt ein mächtiger quadratischer Drachen heran. Er besteht aus einer 1000 mal 1000 Meter großen Kunststofffolie, viel dünner als ein Blatt Papier und nur fünf Tonnen schwer, gespannt zwischen einem ultraleichten Rahmen. Im Zentrum sitzt wie eine Spinne im Netz ein 1000 Kilogramm schwerer Satellit, voll gestopft mit Messinstrumenten. Das skurrile Gefährt schraubt sich erst einmal auf elliptischen Bahnen immer näher an die Sonne, hat Venus und Merkur bereits passiert und nähert sich dem kritischen Grenzabstand zum Zentralgestirn von etwa 15 Millionen Kilometern.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (10 Bewertungen)
Autor/in: Wolfgang Gessler


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