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Psychologie

Der dunkle Keller unserer Seele

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt Sigmund Freud, dass körperliche Krankheiten durch seelische Probleme entstehen können. Und dass in jedem Menschen eine gewaltige Macht schlummert: das Unbewusste

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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"Das Unbewusste ist viel moralischer, als das Bewusste wahrhaben will"

Sigmund Freud

iStockphoto

Der Hörsaal im Pariser Krankenhaus Salpêtrière ist voll. Medizinstudenten drängen sich auf den Holzbänken, flüstern, tuscheln. Einer von ihnen ist erst seit Kurzem in der Stadt, Sigmund Freud heißt er. Der 29-Jährige hat einen dunklen Vollbart und einen beobachtenden Blick. Die Neurologie ist sein Spezialgebiet, die Nerven und ihre Krankheiten. Wie man eine der berüchtigtsten, die Hysterie, mit einer neuen Methode behandelt, will er sich nun während seines Pariser Studienaufenthaltes 1885 im Hörsaal ansehen. Und er wird eine Sensation erleben.

Vor dem Auditorium steht Jean-Martin Charcot, der berühmteste Neurologe seiner Zeit. Blanche Wittmann, eine Patientin, hat auf einer Liege Platz genommen. Die junge Frau klagt über Angstzustände, die sie sich nicht erklären kann. Charcot nimmt ein Pendel, das die Frau nun betrachten soll. Es schwingt nach links, rechts, links, rechts, links, die Patientin wird schläfrig, schließt die Augen, die Hypnose beginnt. Der Arzt drückt sanft auf ihren Unterleib, plötzlich stöhnt die Frau auf vor Schmerz. Doch äußerlich tut ihr niemand was, der Schmerz muss woanders herkommen.

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Autor/in: Yvonne Küster

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