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Wissenschaft aktuell

Das Wunder des Lebens in den Bäumen

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Das Wunder des Lebens in den BäumenDas Wunder des Lebens in den Bäumen

Die Vereinten Nationen forcieren jetzt die Erforschung der Regenwälder. Durch ihre Initiative ist das »Global Canopy Programme« (GCP) angelaufen: Es soll helfen, eine weitgehend unbekannte Welt zu entdecken – die Flora und Fauna in den Wipfeln der Bäume. 40 Prozent aller Pflanzen und Tiere leben auf Bäumen, hauptsächlich in den Tropen. Viele tausend Arten sind jedoch unbekannt, weil sie in den fünfzig Meter hohen Kronen so gut wie unerreichbar sind. Um sie besser »unter die Lupe« nehmen zu können, will man insgesamt 20 Beobachtungsstände in allen Regenwäldern der Welt errichten.

20 Jahre lang sollen die Untersuchungen laufen. Sie erfolgen von Ballons und Kränen sowie von speziellen Plattformen aus, die die Form einer Brezel haben. Die so genannte »SolVin-Bretzel« wurde von dem französischen Architekten Gilles Ebersolt entwickelt: Sie besteht aus einem aufblasbaren PVC-Schlauch, der ein widerstandsfähiges Netz – den Boden des Beobachtungsstands – aufspannt. Die 500 Kilogramm schwere Kunststoffbrezel wird in den Baumkronen verankert und bietet einem Forschungsteam eine 400 Quadratmeter große Aufenthaltsfläche. Sie ist sehr stabil, gleichzeitig aber so leicht und »dezent«, dass sie das empfindliche Ökosystem nicht stört. Nach Tests der »Brezel« in Madagaskar im Jahr 2001 lief das Projekt im letzten Herbst in Panama an, wo 20000 Insekten in den Baumwipfeln gesammelt und analysiert wurden.

Aus unbekannten Pflanzen lassen sich möglicherweise neue Heilmittel gewinnen. Demnächst soll die Untersuchung auf Ecuador, Brasilien, Westafrika und Indien ausgedehnt werden. Sie wird möglicherweise ganz neue Erkenntnisse über das Funktionieren der Regenwälder liefern, »da die Baumkrone der Motor des Waldes ist«, so GCP-Direktor Andrew Mitchell.

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Autor/in: Wolfgang C. Goede


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